<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss xmlns:iweb="http://www.apple.com/iweb" version="2.0">
  <channel>
    <title>„Ein Tropfen Liebe ist mehr als ein Ozean an Wille und Verstand.“     B.Pascale&#13;&#13;Vorwort&#13;&#13;Mein Lebenswerk ist für all diejenigen niedergeschrieben, die das unsägliche Leid und Elend dieser Welt in dem Bewusstsein mildern wollen, dass der Einzelne nur den berühmten Tropfen auf den heißen Stein bewirken kann. Das Verstecken hinter Religionen, Philosophien, Dogmen und Gesetzen macht das große Unrecht der Satten nicht ungeschehen, das täglich Zehntausende von Hungernden mit ihrem Leben bezahlen. Die Bereitschaft zum ehrlichen Teilen mit denen, die für unseren Wohlstand gnadenlos ausgebeutet werden, muss aus dem Herzen kommen. Das ist die Botschaft meines Buches, dass ich meinen adoptierten Wunschkindern widmen möchte.&#13;&#13;Bielefeld, im Oktober 1996</title>
    <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Blog.html</link>
    <description> </description>
    <generator>iWeb 3.0.1</generator>
    <item>
      <title>Traurige Kinder</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/8_Traurige_Kinder.html</link>
      <guid isPermaLink="false">7096e206-5ee7-4175-9416-5a47b77f5ef9</guid>
      <pubDate>Thu, 8 Jul 2010 08:24:08 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/8_Traurige_Kinder_files/100_2131.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_6.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ungefähr 35 Ehepaare waren dabei, ihre Adoptionsunterlagen für Kambodscha zusammen zu stellen. Ich dachte an die Kosten und an die Hoffnung, die die Ehepaare womöglich in den Sand setzten und rief wieder den Leiter der GZA Hamburg, Herrn Bach, an. Ich fragte ihn, ob wir die Ehepaare bremsen sollten. Er verneinte und sagte zu mir, dass er alles im Griff hätte und wir bald aus Kambodscha vermitteln dürften. So gut wie nie hatte ich diese Telefonate alleine geführt und eine unserer Sozialarbeiterinnen stand neben mir, damit ich eine Zeugin hatte.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Also ließen wir die Ehepaare die Dokumente zusammen stellen und nahmen ihnen die Hoffnung auf ein Kind aus Kambodscha nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Kindervorschläge, die wir bei unserer Reise nach Kambodscha mitgebracht hatten, haben wir Herrn Bach übergeben und nicht an die Bewerber weitergeleitet. Zum Glück nicht, sonst wäre der Schmerz der Bewerber noch größer gewesen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wieder stand eine Reise nach Vietnam und Kambodscha an. Von der GZA hatten wir nichts Neues gehört, alles wäre am Laufen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Kambodscha wurden wir sehr herzlich von dem Adoptionsbüro und von dem Minister für Soziales begrüßt. Bei einem Meeting wurde auch über unserer Zulassung für Adoptionen aus Kambodscha gesprochen. Es blieb uns nichts weiteres übrig, als die Kambodschaner zu vertrösten, so wie wir auch vertröstet wurden.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir wurden aufgefordert, unsere Patenkinder zu besuchen und auch die Kinder, die auf eine Adoption nach Deutschland vorgesehen waren. Ich fuhr mit dem Fahrer auf den Markt und kaufte für jedes Kind etwas zum Anziehen und achtete darauf, dass Hose und Hemdchen zusammen passten. Dann stand ich vor einem Geschäft mit Spielsachen. Wir berieten uns und waren der Meinung, dass wir „unseren“ Kindern Spielsachen mitbringen sollten. Also kauften wir Dreiräder, Bobbycars, Fahrräder etc. bis der Kleinbus voll war. Nichts passte mehr hinein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Stundenlang fuhren wir über holprige Straßen bis wir endlich bei unseren Patenkindern angekommen waren. die Freude der Kinder war groß, als wir alles auspackten. Reis, Fisch, Nudeln usw. hatten wir natürlich auch eingekauft. Die Heime waren sehr armselig, ein großer Unterschied zu Vietnam. Nach einigen Stunden ging unsere Fahrt weiter, zu den ICCO Kindern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Fahrer parkte den Kleinbus mitten auf dem Hof und die Heimleiterin, die Erzieherinnen und die Kinder kamen angelaufen. Wir packten all unsere Geschenke und auch die Kleidung für die Kinder aus. Die Erzieherinnen halfen den Kleinen, sich umzuziehen. Irgendwann hingen vier kleine Buben an meinen Händen, rechts zwei und links zwei. Auch unsere Sozialarbeiterin von ICCO hatte einige Kinder an ihren Armen hängen. Die Jungs zogen mich über den Hof und zeigten mir ihre Schlafräume. Stolz zeigten sie auf die neuen Betten, die alle mit ICCO beschriftet waren. Bei unserer letzten Reise hatten wir Geld für neue Betten und Matratzen im Heim gelassen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir spielten mit den Kindern und sprachen mit den Erzieherinnen über jedes Kind. Ich konnte leider nicht sagen, wann wir endlich die versprochene Adoptionserlaubnis für Kambodscha bekommen würden. Aber wir würden sie bekommen, sagte ich den Erzieherinnen, schließlich hatte der Leiter der GZA Hamburg dies versprochen. Die Zeit des Abschieds war gekommen. Herzlich verabschiedeten wir uns, obgleich ich traurig war, dass die Kinder hier auf Eltern warteten und in Deutschland Ehepaare auf ein Kind warteten. Wir gingen zum Auto, die Kinder waren noch immer an meinen Händen und ließen mich nicht mehr los. Sie stiegen mit mir ins Auto und ich versuchte ihnen zu erklären, dass sie aussteigen mussten. Sie rührten sich nicht von der Stelle. Ich bat eine Erzieherin, die Kinder zu rufen. Die Erzieherin sprach mit den Kindern, sie schüttelten den Kopf und gaben heftige Erwiderungen. Ich fragte, was los sei. Die Erzieherin hatte Tränen in den Augen und sagte, dass die kleinen Buben&lt;br/&gt;erklärt hätten, dass ich ihnen neue Kleidung gebracht hätte und sie nun mitnehmen müsste. Sie seien einverstanden mit der neuen Mutter und würde mit mir mitgehen, nach Deutschland. Sie hatten schon oft beobachtet, dass Europäer gekommen waren, Kleidung für ein Kind mitbrachten und das Kind dann mitgenommen hatten, als ihr Kind. Ich glaube nicht, dass ich schildern muss, was in mir vorgegangen ist. Ich drückte die Kinder an mich und sagte ihnen, dass auch ihre Eltern bald kommen würden, schließlich hatte ich ja die Zusage für eine Vermittlung vom Leiter der GZA Hamburg!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als wir wegfuhren, winkten die Kinder nicht. Mit großen, traurigen Augen schauten sie uns nach. Ich kämpfte mit den Tränen. Herr Bach hatte versprochen, dass wir Kinder aus Kambodscha vermitteln dürften, also würden die Kinder bald Eltern bekommen, das war mein Trost. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit diesen Eindrücken flogen wir nach Deutschland zurück, wo mich die wartenden Eltern sofort telefonisch über die Situation in Kambodscha und der Stand bezüglich der Zulassung befragten. Ich fand es nur fair, wenn ich den Ehepaaren die Chance geben würde, all ihre Fragen persönlich zu stellen und von uns Informationen bezüglich Kambodscha und der Zulassung zu bekommen. Also lud ich sie ein, nach Hamburg zu einem Gespräch zu kommen. Alle Ehepaare konnten es nicht einrichten, aber viele nahmen dieses Angebot an. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich war noch voller Emotionen, als die Ehepaare zu diesem Gespräch kamen. Ich schilderte die Situation der Kinder und wir sprachen über die sinnlose Warterei. Ein Bewerber frage mich, wann den nun der Leiter der GZA uns die Zulassung wieder geben würde. Ich konnte es ihm nicht sagen, da ich es nicht wußte. Mir taten die Bewerber leid. Sie waren so voller Hoffnung. Welchen langen Weg waren sie schon gegangen, um zu ihrem Kind zu kommen. Viele hoffnungsvolle Augen richteten sich auf mich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein Bewerber fragte, ob Herr Bach in seinem Büro wäre. Ich wußte es nicht. Er rief bei Herrn Bach an und kündigte seinen Besuch an. Als die anderen Bewerber hörten, dass es einen Termin bei Herrn Bach gab, entschieden sie sich dazu mitzugehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;DIES HAT HERR BACH MIR NIE VERZIEHEN UND DIES WAR DER ANFANG, ICCO UND MICH ZU RUINIEREN!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Bewerber wollten von Herrn Bach nur den Stand der Dinge erfahren, mehr nicht. Das Gespräch bei der GZA verlief total friedlich, obgleich Herr Bach von einer Hausbesetzung o.ä. sprach. Er meinte in einem späteren Gespräch mit den Bewerbern, dass seine Vorgesetzten von einer Anzeige absahen. Lächerlich, es ist allen Bürgern gestattet, ein Amt aufzusuchen, das durch ihre Steuergelder finanziert wird.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Leiter der GZA vereinbarte einen Termin in unserem Hause zu einem Gespräch mit den Bewerbern, wo er ein Tonbandgerät mit großem Mikrofon auf den Tisch stellte und sagte, dass man in diesem Hause alles aufzeichnen müsste. Er sagte den Bewerberbern, dass ich sehr temperamentvoll wäre und eine Bewerberin aus diesem Grunde das Gespräch führen solle. Ich sagte ihm, dass ich die Hausherrin sei und ich das Gespräch führen würde. Die Bewerber waren damit einerstanden und sagten während und nach diesem Gespräch, dass nicht ich, sondern der Leiter der GZA sich lächerlich gemacht hätte. Das sollte ich noch zu spüren bekommen. Aber das ahnte ich damals noch nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei diesem Gespräch kam auch nichts heraus und wie ja allgemein bekannt ist, bekam ICCO die Anerkennung für Kambodscha nicht. Heute weiß ich, dass ich einen großen Fehler gemacht habe. Ich hätte sämtliche Adoptionsunterlagen der Bewerber nach Kambodscha schicken sollen, denn schlimmer hätte es nicht kommen können. A ber die Kinder hätten Eltern bekommen!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Dies war die Geburtsstunde für den Entzug der Zulassung des ICCO e.V.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Fortsetzung werde ich über den Entzug der Zulassung für Vietnam berichten.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/8_Traurige_Kinder_files/100_2131.jpg" length="215143" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Kambodscha</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/7_Kambodscha.html</link>
      <guid isPermaLink="false">a669da38-b21c-417b-9c87-8638e6f547d2</guid>
      <pubDate>Wed, 7 Jul 2010 08:52:27 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/7_Kambodscha_files/Kambodscha_klein.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object000_2.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Nun ist doch wieder eine längere Zeit vergangen, in der ich nicht weiter geschrieben habe. Nach den letzten Meldungen brauchte ich erst eine Zeit, um mich wieder meinem Buch widmen zu können. &lt;br/&gt;An dieser Stelle möchte ich einigen staatlich anerkannten Vermittlungsstellen danken, die bei uns angerufen und uns ihr Entsetzen über die Vorgehensweise einiger Stellen mitgeteilt haben. Es tut einfach gut, in dieser doch recht schweren Zeit immer wieder von Menschen, mit denen wir früher mehr oder weniger zusammen gearbeitet haben, zu hören, wie verabscheuungswürdig sie die Methoden des Herrn Bach finden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Heute möchte ich hier an dieser Stelle mein Buch nicht fortsetzen, das kommt später wieder, sondern ein wenig über die Verfahren berichten:&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wie fing es an, dass mich der Hass der Behörde traf? Ganz einfach, mit Kambodscha.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir besuchten die Behörden in Kambodscha und bekamen von den kambodschanischen Behörden die Erlaubnis, in Kambodscha zu arbeiten. Wir waren eine eingetragene NGO. Wir besuchten Kinderheime, übernahmen Patenschaften, versorgten unsere Patenkinder mit Kleidung, Pfleger und Nahrung. Unsere Arbeit in diesem Land brachte uns sehr große Sympathien bei den kambodschanischen Behörden ein. Behördenvertreter erklärten uns das Procedere der Adoption. Wir durften die Kinderheime besuchen und Kinder, die zur Auslandsadoption freigegeben waren, wurden uns vorgestellt. Über jedes dieser Kinder wurde ein Report von den Heimleitern geschrieben und von der Adoptionsbehörde bestätigt. Mit diesen Dokumenten im Koffer reisten wir zurück, um die Erlaubnis bei der GZA zu beantragen, aus Kambodscha Kinder nach Deutschland vermitteln zu dürfen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit den Sozialarbeiterinnen der ICCO e.V. stellten wir die erforderlichen Dokumente zusammen und reichten diese bei der GZA Hamburg, Herrn Bach, ein. Nachdem Herr Bach die Dokumente geprüft hatte, vereinbarte er einen Termin in unserem Büro. Er und ich saßen über den Dokumenten und sprachen Blatt für Blatt durch. Herr Bach zeigte mir, wo ich Änderungen vornehmen sollte, damit die Zahlen plausibel klingen, und er die Dokumente ohne Probleme an die anderen Landesjugendämter schicken konnte. Ich war sehr erfreut, dass Herr Bach mir so wertvolle Tipps gab. Er wußte, was mit der „Position“ Repräsentationskosten gemeint war. Er riet mir, diese anders zu benennen, denn das würde dann einen besseren Eindruck bei den Kollegen machen. Ich ging selbstverständlich auf die Vorschläge des Herrn Bach ein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herr RA Hoffmann kam auch zu dieser Besprechung in unserem Büro vorbei. Die beiden Herren unterhielten sich über die Schwierigkeiten, die Herr Bach mit seinen Kollegen bei den verschiedenen Landesjugendämtern hatte. Ich war über seine Ausführungen doch sehr erstaunt. Er fragte Herrn Hoffmann, ob ich tatsächlich so naiv sei. Er sagte zu mir, das die Adoptionsszene eine Mafia sei. Er war aber sehr zuversichtlich, dass er meinen Antrag auf Vermittlung aus Kambodscha „durch“ bekäme. Mit einem festen Händedruck verabschiedete sich Herr Bach von uns.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Tag faxte unsere Sekretärin Herrn Bach den gesamten Antrag in sein Büro. Er rief zurück und erklärte der Sekretärin, was alles geändert werden sollte, damit er den Antrag an die anderen Landesjugendämter verschicken konnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Endlich waren die Papiere unterwegs. Nun hieß es warten und hoffen.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;An einem Freitag rief mich eine unserer Sozialarbeiterinnen an und meinte, ich solle unbedingt Herrn Bach zurück rufen. Ich hatte einen Notartermin und eilte ins Büro in der Großen Theaterstraße um mir von Frau P. erzählen zu lassen, was Herr Bach gesagt hatte. Sie meinte, er hätte ihr nicht sagen wollen, worum es gehe, nur dass er es mir gerne selbst sagen und mich dadurch glücklich machen wolle. Das konnte nur etwas mit unserer Zulassung für Kambodscha zu tun haben, dachte ich mir und rief bei Herrn Bach an. Er sagte mir, dass nun alles „durch“ sei und wir die Anerkennung für Kambodscha bekommen würden. Ich konnte es nicht glauben. Das war eine wundervolle Nachricht. Ich fragte Herrn Bach, ob noch etwas dazwischen kommen könne. Er sagte, ich zitiere: Sie sprechen mit dem Leiter der GZA und wenn ich ihnen sage, dass sie nun aus Kambodscha vermitteln dürfen, dann ist das so! Das fertige Schriftstück läge vor ihm auf dem Schreibtisch und würde in der kommenden Woche von ihm unterschrieben an uns gehen. Unsere Sozialarbeiterin Frau P. stand während des gesamten Telefonates neben mir und bekam das Gespräch mit. Ich fragte Herrn Bach, ob wir unsere überprüften Bewerber, die gerne ein Kind aus Kambodscha adoptieren wollten, anrufen dürften, oder bis zum Eintreffen des Bescheids warten sollten. Herr Bach sagte, wir dürften die Bewerber noch am selben Tag anrufen. Er fragte, ob ich nun glücklich sei, ich war es!&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zwei Sozialarbeiterinnen riefen unsere Bewerber an und sagten ihnen, dass sie mit der Zusammenstellung der Adoptionsdokumente für Kambodscha beginne dürften. Überall nur Freude! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich weiß nicht mehr genau, ob ich noch an diesem besagten Freitag Herrn Alker angerufen hatte, damit er diese Neuigkeit auf unsere Homepage setzte, oder ob ich ihn am darauf folgenden Montag anrief. auf jeden Fall blinkte diese Neuigkeit in der darauffolgenden Woche auf unserer Homepage. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Irgendwann klingelte das Telefon und ein Mitarbeiter der BZAA war am Telefon und meinte, dass ich sofort die Mitteilung über die Zulassung Kambodscha von unserer Homepage nehmen solle, da wir keine Zulassung hätten. Ich erklärte diesem Herrn, dass er sich irre, denn Herr Bach hätte mir am vergangenen Freitag gesagt, dass wir die Zulassung hätten, (nicht: das wir diese bekommen würden!). &lt;br/&gt;Sofort rief ich Herrn Bach an. Dieser meinte, ich solle mich nicht aufregen und die Mitteilung von der Homepage nehmen. Er würde den Zulassungsbescheid in die Post geben. Am nächsten Tag kam der Bescheid nicht, am übernächsten Tag auch nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wieder rief ich Herrn Bach an. Dieser meinte, ich würde den Bescheid bekommen. Einige Landesjugendämter würden sich ereifern, aber er stehe zu seinem Wort. (Was ich ihm auch heute noch glaube, dass er das gerne getan hätte)&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einige Tage später rief Herr Bach in unserem Büro an und meinte, er würde vorbeikommen und müsste mit Herrn Hoffmann und mir reden. Wir verabredeten und trafen uns.&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herr Bach erklärte uns, dass seine Kollegen aufgebracht und gegen den Zulassungsbescheid seien. Er sagte zu Herrn Hoffmann, wir sollten doch erst einmal unseren Antrag auf Adoptionsvermittlung aus Kambodscha zurücknehmen, er würde alles klären und dann würden wir etwas später den positiven Bescheid bekommen. Herr Hoffmann ging Herrn Bach buchstäblich auf den Leim. Herr Hoffmann setzte ein Schreiben auf und wir nahmen den ANTRAG zurück. Als es später zu diesem großen Streit kam, der uns letztendlich den gesamten Entzug der Zulassung kostete, schrieb Herr Bach: Es könne doch gar nicht sein, dass er uns die telefonische Zulassung gegeben hätte, wenn Herr Hoffmann den ANTRAG zurücknehme. Das ist doch ausgekocht, oder nicht? Es ist mit Sicherheit so, dass Herr Bach mit vielen Gegenstimmen zu kämpfen hatte, aber er hätte ehrlich mit uns umgehen können. Mir fiel später eine Email in die Hände, die von Herrn Weizel (BZAA) an Herrn Bach geschickt wurde. Sinngemäß stand folgendes drin: Herr Bach, wie kann es zu einer Zulassung für Kambodscha kommen. Wir hatten doch etwas anderes ausgemacht. Sind das mafiöse Züge oder nicht?</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/7/7_Kambodscha_files/Kambodscha_klein.jpg" length="45528" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 9</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/17_Weitere_Kinder_9.html</link>
      <guid isPermaLink="false">de5d3ac9-c4e6-46f3-bf56-3f9029227910</guid>
      <pubDate>Mon, 17 May 2010 09:05:29 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/17_Weitere_Kinder_9_files/bahn.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_6.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Liebe Leser,&lt;br/&gt;entschuldigen Sie bitte, dass es so eine lange Pause gab. Ich musste nachdenken, ob ich in diesem Stil weiter veröffentliche. Ich kann nicht anders, ich muss es so schreiben, wie es war, auch wen der Eine oder Andere stöhnt und denkt: wie kann sie nur. Bedenken Sie bitte, dass ich vor fast 30 Jahren begonnen hatte, zu adoptieren. Zu dieser Zeit gab es nicht viel an Informationen, die man sich vor einer Adoption zukommen lassen konnte. Die SozialarbeiterInnen hatten fast, meine nicht eine, keine Auslandsadoption begleitet. Das es zu Schwierigkeiten kommen kann, das war mir bewusst, aber was alles auf mich zukommen könnte, das wusste ich nicht, das wusste niemand in meinem Umfeld. Ich habe ganz schnell eine Psychologin hinzugezogen, weil ich Manches, das mir mit meinen Kindern widerfuhr, nicht verstand. Heute haben wir das Glück, dass es viel Material gibt, das wir uns zu nutze machen können. Heute gibt es geschulte Fachleute, die sich mit nichts anderem als mit Auslandsadoptionen und deren Folgen auseinandersetzen. Zu meiner Zeit gab es einige Adoptiveltern, mit denen ich mich treffen und austauschen konnte. Deren Kinder waren auch nicht viel älter als meine, Erfahrungen konnten wir austauschen, aber welche Traumata ein Kinder erleidet, das von der Herkunftsmutter im Mutterleib abgelehnt wird, das war nicht wirklich bekannt. Ich habe im Laufe meines Lebens erlebt, dass das Verlassenwerden bis in die letzte Zelle des Daseins eines Kindes vordringt. Dass die Angst, nochmals verlassen zu werden immer latent vorhanden ist, da das Urvertrauen nicht vorhanden sein kann. Dann kommen die Veranlagungen dazu, die wir erst wirklich kennen lernen, wenn das Kind in der Pubertät ist. Es wusste damals, als ich adoptierte, niemand, dass Liebe allein nicht ausreicht, dass Adoptiveltern bei manchen Kindern auch Therapeuten sein müssen. Es reicht nicht, den Wunsch zu haben, sich ein Kind zu wünschen und eine Familie zu werden. Es ist mit den meisten unserer Kinder anders. Viele Kinder haben eine Urangst in sich, wieder eine Bindung einzugehen, da sie sich schon einmal gebunden haben und diese Bindung durchtrennt wurde. Es dauert manchmal Jahre, bis unsere Kinder UNS als ihre Bezugspersonen anerkennen. Die Kinder wurden so sehr verletzt, dass wir oftmals für sie austauschbar sind. Davon, liebe Leser, war zu meiner Zeit nicht viel bekannt. Es hätte mir sehr geholfen, einige meiner Kinder besser zu verstehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich war der Meinung, dass alles und jedes Problem in einer liebevollen Familie aufgearbeitet werden kann. Ich vertrat auch lange den Standpunkt, dass man ein Kind, das uns zur Adoption vorgeschlagen wird, nicht abgelehnt werden darf. Dass Bewerber, die nicht zu jedem Kind ja sagen, ein Kind nicht wert sind. Ich war so hart und verbohrt. Ich habe die Meinung der sogenannten Fachwelt angenommen, das war falsch. Nicht jedes Kind passt in jede Familie. Das Ziel muss sein, dass beide Seiten glücklich werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich werde es nie verstehen, warum 45jährige Bewerber zu alt für ein gesundes Kleinkind sind, aber genau richtig für ein 7jähriges Problemkind. Das kann nur schiefgehen. Das habe ich gelernt im Laufe meines Lebens. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich weiss, dass mein Blog viele Gemüter erhitzt, ich kann es nicht ändern. Es ist nicht möglich, mein Leben einfach hier abzuändern. Ich habe das Leben mit meinen Kindern gelebt, lebe es heute noch und ich werde nicht lügen, nur weil ich dann weniger Gegenwind bekomme. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Erheitert hat mich ein Brief eines Anwalts. Es gibt Menschen, die Angst haben, dass ich ihre Namen nenne. Sie halten sich für zu wichtig. Für alle: Natürlich werde ich keine Namen von Adoptiveltern nennen. Personen, die in der Öffentlichkeit standen, wie z.B. Vorstände von ICCO, die werde ich benennen, da sie öffentlich, im Vereinsregister für alle einsehbar und zu erkennen sind. Aber dazu komme ich zu einem späteren Zeitpunkt, alles geht der Reihe nach. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mein Sohn George fragte mich gestern, warum ich nicht seinen heutigen Namen im Blog schreibe, er sei stolz auf seine Adoption, auf unsere Familie und auf seine Mama. Von nun an heißt George  CHRISTOPHER &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Also widmen wir uns wieder meiner Adoptionen aus Chile. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Copilot ergriff sofort die Babytragetasche mit den beiden Säuglingen, kündigte uns per Funk am Schalter an und ich zog Shyamali hinter mir her. Wir kamen abgehetzt beim check in an, der Pilot verabschiedete sich, wünschte uns alles Gute und verließ uns wieder. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen hatte man unsere Maschine darüber informiert, dass wir noch an Bord kommen würden. Alles ging schnell, doch dann tauchte ein Problem auf. Es war bei der Air France nicht möglich, zwei Säuglinge mit an Bord zu nehmen, da bei Start und Landung die Kinder auf den Schoss genommen werden mussten. Pro Erwachsener war nur ein Infant erlaubt. Na super, das Schicksal meinte es nicht gut mit mir. Die Maschine wartete auf uns, Fragen und Antworten gingen hin und her. Plötzlich kam eine Dame zurück und sagte, dass sie eines meiner Kinder auf den Schoss nehmen würde. Schon ging es in einen kleinen Bus, der uns auf dem schnellsten Weg zum Flugzeug brachte. Wir stiegen ein und die Maschine setzte sich in Bewegung. Das wäre geschafft, dachte ich. Zu Shyamali sagte ich: „ Siehst du, nun kommen wir doch noch heute nach Hause. Bald sind wir da!“ Die Stewardess versicherte mir, dass mein Mann schon längst benachrichtigt worden sei und ich müsste mir keine Sorgen machen. Etwas erschöpft lehnte ich mich zurück, während Shyamali sofort die Augen zufielen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach einer knappen Stunde landeten wir auf dem Flughafen Köln/Bonn. Da ich keine Koffer hatte, waren wir schnell durch den Zoll und standen vor dem Flughafengebäude. Ich suche die Bushaltestelle, wo der Bus zum Bahnhof abfahren sollte. Schließlich hatte ich die richtige Haltestelle gefunden und der Bus traf auch kurze Zeit später ein. Inzwischen war mein kleines Mädchen zum Umfallen müde. Die Babies, die ich im Flugzeug gefüttert hatte, schrieen wieder. Ich war ausgelaugt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Bahnhof angekommen, eilte ich mit meinem Handgepäck in der einen Hand, der Tragetasche an der anderen, Shyamali am Rockzipfel, zum Schalter, um nach dem nächsten Zug nach Siegen zu fragen. Es war nicht nur der nächste Zug, der gleich abfuhr, sondern der letzte Zug für diesen Tag. Die Verbindung nach Siegen war katastrophal. Ich kaufte die Fahrkarten und erfuhr, dass es sich um einen Bummelzug handeln würde und erst nach Mitternacht in Siegen eintreffen würde. Da ich keine andere Wahl hatte, war mir dies nun auch egal. Ich rief zu Hause an, in der Hoffnung, dass mein Mann inzwischen von Frankfurt zurückgefahren und zu Hause eingetroffen war. Niemand meldete sich. Gott sei Dank erreichte ich einen Nachbarn. Ich bat ihn, meinem Mann auszurichten, dass ich 0.30 Uhr am Bahnhof eintreffen würde. Als das erledigt war, hetzte ich zu unserem Zug, fand ein leeres Abteil und nahm Platz. Trotz des Stresses ein gutes Gefühl, ich hatte es geschafft. Ich richtete Shyamali eine Schlafecke und kümmerte mich dann um die beiden Kleinen. Sie trieften vor Nässe. In der Thermoskanne hatte ich noch abgekochtes Wasser und so konnte ich ihnen ein Fläschchen zubereiten. Gierig tranken sie es leer und schrieen weiter. Als der Schaffner meine Fahrkarten kontrollierte nahm er in unserem Abteil Patz um von unserer Odysee zu erfahren. Da die Fahrt Stunden dauerte, kam er ab und zu vorbei, um mit mir zu reden. So wurde es mir nicht langweilig. Schlafen konnte ich nicht, dazu war ich zu aufgewühlt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich war auch diese lange Zeit im Bummelzug um und wir erreichten Siegen. Der nette Schaffner half uns beim Aussteigen, verabschiedete sich und wünschte uns viel Glück. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen hatte Shyamali ihren Vater entdeckt. Mit ausgebreiteten Ärmchen rannte sie auf ihn zu und warf sich in seine Arme. Wortlos, ohne mich zu begrüßen, nahm mein Mann mein Handgepäck und die Tragetasche mit den Kleinen und ging mit Shyamali zum Auto, wo die Kinder auf mich warteten. Ich verstand die Welt nicht mehr und kämpfte mit den Tränen. Wortlos folgte ich ihm. Als die Kinder mich erblickten, sprangen sie aus dem Wagen und hingen an meinem Hals, bis auf Christopher. Er schaute mich misstrauisch an. Er hatte mir nicht verziehen, dass ich ihn allein gelassen hatte. Es tat mir in der Seele weh. Ich streichelte mein Bübchen und es sollte Tage dauern, bis ich wieder Vertrauen aufgebaut hatte. Mein Mann beachtete mich kaum, ich wußte nicht warum und so fragte ich ihn. Er war böse auf mich, weil er vergeblich mit den Kindern nach Frankfurt gefahren war. Vier Stunden hin und vier Stunden zurück. Als ich zaghaft meinte, dass ich doch nichts dafür könne, schaute er mich nur böse an. Tiefe Trauer beschlich mein Herz. So hatte ich mir unser Wiedersehen nicht vorgestellt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zu Hause wollten Pamela und Asela die neuen Geschwisterchen sehen. Mein Mann wünschte mir kühl eine gute Nacht und erklärte, dass er am nächsten Tag einen harten Tag hätte und ich sass mit meinen sechs Kindern, müde, ausgelaugt, traurig, alleine da. Ich machte meine Kinder für die Nacht fertig und brachte sie zu Bett. Christopher wollte in meinem Bett schlafen, was ich natürlich erlaubte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun war ich ganz allein mit meinen beiden „Neuen“! Ich badete und fütterte sie, bereitete ihre Stubenwagen, legte sie hinein und schaukelte sie in den Schlaf. Zwischen vier und fünf Uhr morgens ging ich dann zu Bett. Mein Mann schnarchte tief und fest.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/17_Weitere_Kinder_9_files/bahn.jpg" length="67032" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 8</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/10_Weitere_Kinder_8.html</link>
      <guid isPermaLink="false">05b2c528-9a3c-4c85-b057-c738d881d204</guid>
      <pubDate>Mon, 10 May 2010 10:37:13 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/10_Weitere_Kinder_8_files/newsmlmmd.096fe45df5310ff2d3c0aabd87d55f7e.2010_people-arrive-at-orly-paris-airport-in-2008b.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object002_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ich hörte auf zu essen, in der Hoffnung, dass es mir bald besser gehen würde. Aber es wurde schlimmer. Ich legte mich aufs Bett und kämpfte mit Schweißausbrüchen. Inzwischen versorgte mein Reisebegleiter die Kinder. Mir war nur noch übel. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es klopfte an der Tür und der Schaffner machte uns darauf aufmerksam, dass wir in wenigen Minuten Santiago erreichen würden. Mühsam packte ich alles zusammen. Die Kinder waren zwar gefüttert und gewickelt, schrieen aber aus Leibeskräften, und mir war so schlecht. Shyamali schaute mich sorgenvoll an und fragte: „Mama, bist du krank?“ „Nein,“ sagte ich. „Mir ist nur ein wenig übel, das geht sicherlich schnell vorbei.“ Da sollte ich mich getäuscht haben. In Santiago holte uns eine Frau namens Patricia ab, die von Sor Louisa benachrichtigt worden war. Sie sollte uns bei der Beantragung der Kinderpässe behilflich sein, ausserdem vermietete sie Zimmer und wir konnten bei ihr wohnen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Achims Kind war inzwischen wieder eingeschlafen. Meine Beiden schrieen noch immer. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir fuhren zu Patricia nach Hause, wo ich sofort die Toilette aufsuchte und erbrechen musste. Die Übelkeit hatte kräftig zugenommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachdem wir uns etwas erfrischt hatten, mussten wir mir den Kindern zum Passamt. Syamali konnte ich überzeugen, bei der netten Hausangestellten zu bleiben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auf dem Amt wurden von den Kindern Passfotos angefertigt und es wurden Fuss- und Fingerabdrücke von ihnen genommen. Meine Babies schrieen noch immer. Sie hörten im Prinzip nur mit kleinen Unterbrechungen nicht auf zu schreien, bis ich Deutschland war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es war heiss, mir war schlecht, die Kinder schrieen, ich stand unter Zeitdruck, weil ich nur noch zwei Tage bis zum Rückflug hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach heftigen Debatten sagte man mir schließlich die Pässe für den nächsten Tag zu.   &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Pension angekommen wartete das Mittagessen auf uns. Der Geruch alleine genügte, um mich wieder auf die Toilette rennen zu lassen. So etwas Blödes dachte ich, ausgerechnet jetzt, in der Endphase, musste ich krank werden. Warum war ich auch so dumm und unvorsichtig gewesen und hatte den Salat im Zug gegessen! Ich schleppte mich zur nächsten Apotheke, um Medikamente zu kaufen. Nichts half! Abends wollte Achim mit mir die Stadt ansehen. Ich konnte leider nicht mitgehen. Während ich die Nacht auf der Toilette verbrachte, versorgte das Hausmädchen meine schreiende Kinder. Diese hatten Ausdauer! Ich hörte das Gebrüll die ganze Nacht. Sie wurden geschaukelt und auf den Arm genommen, aber sie waren immer nur für kurze Augenblicke still. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Morgen fuhr ich mit Achim und Patricia mit der U-Bahn zum Passamt. Natürlich waren die Pässe nicht fertig. Wir blieben sitzen und warteten. Schließlich bekamen wir sie doch noch, kurz bevor die Behörde schloss. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Anschließend musste ich zur Fluggesellschaft, um zwei Bettchen für meine Babies zu buchen. Als alles erledigt war und ich die Tickets in den Händen hielt, begann ich zu glauben, dass ich es geschafft hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Pension angekommen versuchte ich meinen Mann anzurufen. Ich hatte nicht daran gedacht, dass er an diesem Tag erst sehr spät nach Hause kommen würde, da er in Bielefeld den ganzen Tag Vorlesungen zu halten hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach mehrmaligem Wählen hatte ich endlich die Verbindung nach Deutschland. Meine Schwiegermutter meldete sich und rief: „Endlich rufst du an, wir haben uns schon solche Sorgen gemacht. Wann kommst du?“ Sie war sehr beruhigt als ich ihr erklärte, dass ich bereits in zwei Tagen eintreffen würde. Ich fragte sie nach meinen Kindern. Sie musste mir jede Kleinigkeit erzählen. Meine Sehnsucht wurde immer größer, meine Kinder wieder in die Arme zu nehmen. Ganz groß war meine Sehnsucht nach meinem kleinen George. Bald würde ich auch ihn wieder in die Arme schließen. Mein kleiner Sohn war bis zu meiner Reise nach Chile noch niemals, nicht einmal für eine Stunde, von mir getrennt gewesen. Meine Schwiegermutter erzählte mir, dass sie sich besonders um ihn kümmern müsste, da er mich sehr vermissen würde. Inzwischen habe er sich aber mit ihr getröstet. Wie gut, dass der Kleine nicht leidet, dachte ich, trotzdem regte sich ein Gefühl, dass mich ein wenig an Eifersucht erinnert. &lt;br/&gt;Ich freute mich so sehr auf Zuhause. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Shyamli befürchtete, dass wir wegen meiner Erbrecherei nicht fliegen könnten. Ich beruhigte sie. Nichts würde mich abhalten, am nächsten Tag das Flugzeug in die Heimat zu besteigen. So war es auch. Trotz Übelkeit bestiegen wir das Flugzeug, wo uns die Stewardessen unseren Platz mit den beiden Babybettchen zuwiesen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Den Flugbegleiterinnen der brasilianischen Fluggesellschaft Varig danke ich noch heute für die freundliche Unterstützung während des Fluges. Als Erstes versorgten sie mich mit Medikamenten, damit ich nicht mehr erbrechen musste. Dann nahmen sie mir zwischendurch meine schreienden Babies ab. Sie schrieen ohne Unterbrechung von Chile nach Deutschland. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir hatten in Rio de Janairo eine Zwischenlandung. Von dort aus sollte es non stop nach Frankfurt gehen. Endlich, nach vielen Stunden erklangen die erlösenden Worte des Kapitäns, dass wir in wenigen Minuten zur Landung in Frankfurt ansetzen würden. Shyamali klatschte vor Freude in die Hände und sagte: „Mama, da unten steht Papa mit Pamela, Asela und George, gleich sind wir da. Ich freue mich!“ Mein kleines Mädchen war vor lauter Freude, wieder Daheim zu sein, ganz aufgeregt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir folgten der Anweisung des Kapitäns und schnallten uns an. Ich nahm die Babies auf den Arm, um uns auf die Landung in Frankfurt vorzubereiten. Wir bemerkten, wie das Flugzeug an Höhe verlor. Ich gab den beiden Kleinen etwas zu trinken, damit die Ohren bei der Landung nicht schmerzten. Ich schaute aus dem Fenster und konnte ausser Wolken nichts erkennen. Plötzlich hatte ich das Gefühl, als ob das Flugzeug wieder hochsteigen würde. Nein, dachte ich, da täusche ich mich sicher. Schon erklang wieder die Stimme des Kapitäns. Er teilte uns mit, dass wir bedauerlicher Weise nicht in Frankfurt landen könnten, da gerade in diesem Moment der Flughafen wegen Nebel geschlossen wurde. Wir müssten auf einen anderen Flughafen ausweichen. Nun gut, dachte ich, landen wir eben wo anders. Doch dann hörte ich, dass der Ausweichflughafen in Paris sei. Oh nein das durfte und konnte nicht sein. Mein Mann und meine Kinder warteten unter uns, und wir fliegen nach Paris. Die Babies waren tropfnass und die Windeln waren ausgegangen. Ich merkte, wie mich meine Kraft und Zuversicht verließ. Shyamali hatte auch der Ansage gelauscht und brach in Tränen aus. „Ich will jetzt aber hier aussteigen und nicht in dem blöden Paris. Mama, mach doch etwas!“ Wie sollte ich meinem Mädchen erklären, dass selbst ihre Mama in dieser Situation nichts unternehmen konnte. Ich bemühte mich, meine Tochter zu trösten, indem ich ihr erklärte, dass Papa auf uns warten würde. Sobald der Nebel verschwunden sei, würden wir wieder nach Frankfurt fliegen. Sie glaubte mir und beruhigte sich. Natürlich war ihre Enttäuschung groß, aber Mama würde das schon regeln. Nach einer knappen Stunde Flugzeit landeten wir in Paris. Julio Cesar und Maria Franziska brüllten. Ich war mir meinen Nerven fast am Ende, aber eben nur fast. Ich wußte ja nicht, was bei dieser Odyssee noch alles auf mich zukommen würde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Flugpersonal bat alle Passagiere auszusteigen und im Transitraum Platz zu nehmen. Ich durfte mit meinen drei Kindern sitzen bleiben. Es wurde uns Essen gebracht, die Crew setzte sich zu uns und wir unterhielten uns angeregt. Zwischendurch wurde immer wieder in Frankfurt nachgefragt, ob sich etwas an der Situation geändert hatte. Nein, der Flughafen war noch immer geschlossen. Irgendwann sagte mir der Copilot, dass wir heute nicht mehr nach Frankfurt weiterfliegen würden. Sie wären schon zu viele Stunden unterwegs und dürften nicht mehr fliegen. Ich fragte, ob das die Passagiere schon wüssten. Er meinte, das würde erst zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben und die Passagiere würden in Hotels untergebracht. Auch das noch, keine Windeln, Babynahrung war auch nicht mehr so viel vorhanden, sämtliche Kleidung im Koffer und einen wartenden Ehemann in Frankfurt, der noch nicht wusste, dass wir nicht kommen. Nein, das war nicht hinnehmbar. Ich überlegte nicht lange. Da Maria Franziska am lautesten schrie, nahm ich sie aus ihrem Körbchen, schärfte Shyamli ein, bei ihrem Brüderchen zu bleiben und bat die Stewardessen, meine Kinder im Auge zu behalten und rannte aus der Maschine. Im Flughafengebäude hetzte ich, mit dem Baby auf dem Arm von Schalter zu Schalter und fragte nach, ob ein Flug nach Deutschland ging, wohin war mir egal. Schließlich hatte die Air France noch zwei Flüge nach Köln. Ich buchte die Plätze sofort. Der Flug sollte aber schon in 15 Minuten losgehen, man würde auf mich warten. Ich rannte mit den neuen Tickets zum Flugzeug zurück, schnappte meine Kinder und das Handgepäck, erzählte dem Copiloten, was ich vorhatte, verabschiedete mich und lief in Richtung Ausgang. </description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/5/10_Weitere_Kinder_8_files/newsmlmmd.096fe45df5310ff2d3c0aabd87d55f7e.2010_people-arrive-at-orly-paris-airport-in-2008b.jpg" length="85192" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 7</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/30_Weitere_Kinder_7.html</link>
      <guid isPermaLink="false">16be4c59-993f-46b7-b41d-20d4e82a4405</guid>
      <pubDate>Fri, 30 Apr 2010 01:41:09 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/30_Weitere_Kinder_7_files/zug.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_6.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Die  leiblichen Eltern, die sehr arm waren, sahen in dem Kind eine finanzielle Belastung und hatten das kranke Kind bei der Schwester gelassen. Diese hatte sich all die Jahre um den Jungen gekümmert, ihn operieren lassen, da er an einer Kehlkopferkrankung litt. Nun bekam sie von der Mutter Oberin den Auftrag, den Jungen wieder an die Ursprungsfamilie zu gewöhnen. Die Ordensschwester hatte der Familie ein kleines Haus bauen lassen, damit „ihr“ Junge sich auch wohl fühlen würde. Der Junge aber wollte bei seiner „Mama“ bleiben. Er verstand nicht, warum die Frau, die all die Jahre für ihn da gewesen war, ihn plötzlich loshaben wollte. Das war der Grund für sein agressives Verhalten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schwester bat mich, sie auf ihrem Gang zu den Armen zu begleiten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Regierung war dabei dafür zu sorgen, dass die Slums verschwanden. Für jede Familie sollte ein kleines Haus gebaut werden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schwester zeigte mir das Häuschen, das sie für die Familie „ihres“ Buben bauen ließ. Es war klein, bestand aus zwei Zimmerchen, einer Küche und einem kleinen Badezimmer. In einem Zimmer entdeckten wir den Jungen, der zusammen gekauert auf dem Boden sass und trotzig vor sich hin starrte. Ich merkte, wie sehr die Ordensfrau litt. Die setzte sich zu dem Kind, nahm es in ihre Arme und sprach leise auf ihn ein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich trat nach draussen. Ein kleiner Blumen- und Gemüsegarten umrandete das Häuschen. Ich setzte mich auf einen Stein und betrachtete die Menschen, die an mir vorüber gingen, die Landschaft und genoss es einfach, in diesem Lande zu sein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich trat die Ordensschwester aus dem Haus, holte tief Luft und meinte, dass der Junge nun einverstanden war, zumindest auf Probe in diesem Haus mit seiner Ursprungsfamilie zu leben. Still, ohne ein Wort zu sprechen, gingen wir zum Kloster zurück. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Tag kam die fehlende Geburtsurkunde und ich konnte ein Zugabteil zurück nach Santiago buchen. Wir hatten großes Glück. Ein Abteil mit Waschbecken und Etagenbett war noch frei. Sofort kaufte ich die Tickets für den nächsten Tag. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sor Louisa erzählte mir, dass an diesem Tag ein Mann aus Deutschland eintreffen würde. Er kam, um sein zweites Kind abzuholen. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er und seine Frau ein kleines Mädchen adoptiert. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mittags traf ich diesen Mann im Hotel. Wir unterhielten uns und stellten fest, dass sein Sohn in der gleichen Pflegefamilie untergebracht war, wie Julio Cesar. Da ich den Weg kannte, fuhr ich mit ihm hin. Natürlich war Shyamali auch dabei. Als Herr B. sein wirklich sehr zartes Bübchen auf den Arm nahm, stand für ihn fest, so schnell wie möglich zurück zu fahren. Das Kind war sehr unterernährt. Herr B. machte sich große Sorgen. Die Papiere von dieser Adoption lagen beim Rechtsanwalt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als Herr B am nächsten Tag alle Formalitäten erledigt hatte, versuchte er einen Platz im Zug zu bekommen. Er hatte kein Glück. Alle guten Plätze waren ausgebucht, für einige Tage später wurde ihm ein Abteil angeboten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich packte inzwischen unsere Koffer, bestellte ein Taxi, holte meine beiden Kinder ab, bezahlte die Pflegefamilien und fuhr ins Kloster zu den Schwestern, wo wir schon mit großer Freude erwartet wurden. Sofort wurden wir an einen wunderbar gedeckten Tisch geführt, wo man für uns bereits ein Abschiedsessen angerichtet hatte. Es mag jetzt sehr aufwendig oder gar fürstlich klingen, so war es aber nicht. Ich hatte es nur so empfunden, weil mir so viel Liebe begegnete. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als wir mit dem Essen fertig waren stand eine Schwester auf und sagte, dass sie nun zu den Kranken und Sterbenden müsse. Sie lud mich ein, mit zu kommen. Mit Shyamali, die unter keinen Umständen ohne mich bleiben wollte, folgte ich der Schwester. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;An vielen Betten nahmen wir Platz und streichelten über die Hände der Kranken. Shyamali bot ihre Schokolade an. Ich war entsetzt. Die Menschen lagen auf alten Matratzen ohne Laken und waren zufrieden, wenigstens ein Plätzchen gefunden zu haben, wo sie in Ruhe ihre letzten Tage verbringen konnten. Ich denke, ich muss mich verbessern, nicht in Ruhe, sondern menschenwürdig. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sehr nachdenklich kehrten wir zu den Schwestern zurück, wo sich inzwischen auch Herr B. eingefunden hatte. Er war sehr deprimiert, weil er keine Möglichkeit hatte, nach Santiago zu fahren. Plötzlich hatte ich eine Idee. Ich brauchte mit Shyamali doch nur ein Bett. Die Babies konnte man sicherlich am Fussende unterbringen. Ja, dachte ich, das ist die Lösung. „Herr B.“ sagte ich, „wenn sie mögen, biete ich ihnen und ihrem kleinen Sohn ein Bett in meinem Abteil an. Aber ich muss in einer Stunde am Bahnhof sein. Der Mann fragte mich, ob ich dieses Angebot ernst meinen würde. Natürlich meinte ich es ernst und er rannte sofort los, um seine Habseligkeiten aus dem Hotel zu holen. Sor Louisa machte sich auf den Weg, sein Baby abzuholen. Bereits nach einer halben Stunde trafen alle ein. Sor Louisa meinte schmunzelnd, dass ich mich in acht nehmen sollte, denn dieser Mann hätte bestimmt schon viele Frauenherzen gebrochen. Da bestand bei mir keine Gefahr. Mein Herz gehörte ganz und gar meinem Ehemann. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schwester schärfe uns ein, uns als Ehepaar auszugeben, denn sonst könnten wir eventuell Probleme mit dem Zugpersonal bekommen. Ich legte meine beiden Babies gemeinsam in eine Tragetasche. Ein Kind lag am Fussende, das andere am Kopfende. Die Schwestern standen um die Kinder herum, sprachen mit ihnen und schon fing es an, dass der nahende Abschied zu schmerzen begann. Die Zeit war nun gekommen, um zum Bahnhof zu fahren. Drei oder vier Schwestern, darunter auch Sor Louisa, wollten uns begleiten. Von all den anderen verabschiedeten wir uns herzlich. Nach kurzer Fahrt waren wir an unserem Zug angekommen. Der Hals wurde mir eng und ich spürte die Tränen aufsteigen. Die Schwestern nahmen mich in den Arm und weinten wie ich. Schließlich gaben sie uns allen ihren Segen und wir machten uns auf die Suche nach unserem Abteil. Als wir es gefunden hatten, waren wir angenehm überrascht. Es war zwar klein, aber schön. Es bestand aus einem Etagenbett, einem kleinen Fenster und einem Waschbecken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sofort eilte ich zum Fenster, öffnete es und winkte den Schwestern. Bevor ich nochmals mit ihnen sprechen konnte fuhr der Zug los. Die Tränen liefen uns übers Gesicht und ich winkte den Frauen zu, bis sie schließlich in der Ferne verschwanden. Ich war sehr traurig. Nur in der Ferne waren mir solch liebe und herzliche Menschen begegnet. Immer wieder musste ich sie verlassen, hieß es Abschied nehmen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Gebrüll der drei Säuglinge holte mich wieder aus meinen traurigen Gedanken zurück. Die Kinder wollten ihre Flaschen. Da das Abteil so klein war, hieß es genau zu organisieren, wer sich wann und wo aufhalten konnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich bat Shyamali, auf dem Bett Platz zu nehmen. Achim, wir duzten uns inzwischen, bereitete die Fläschchen für die Kinder vor, während ich alle drei Babies aufs Bett legte, Lätzchen umband und anfing, eins nach dem anderen zu füttern. Anschließend wechselte ich die drei Windeln, während Achim Shyamali am Waschbecken erfrischte. Nun legte ich Shyamali und die drei Kleinen ins Bett, Achim musste das Abteil verlassen, weil ich es auch nötig hatte, mich zu erfrischen, und zwar mit Wasser und Seife. In diesem kleinen Abteil war es nämlich inzwischen so heiß geworden, dass wir total verschwitzt waren. So vertrat sich Achim auf dem Flur pfeifend die Füße. Wir sollten doch den Eindruck einer Familie erwecken, uns so versuchte er so unauffällig wie möglich, auf dem Flur auf und ab zu gehen. Da ich keinen Schlafanzug dabei hatte, lieh er mir seinen aus. Ich wusch mich und zog mir die kurzen Hosen des geborgten Nachtgewandes an. Ich hätte mich darin einwickeln können. Mit einer Hand musste ich die Hose festhalten, damit diese nicht herunter rutschte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich öffnete ich die Tür, um meinen Reisebegleiter herein zu bitten. Als er mich sah, brach er in lautes Gelächter aus, so komisch sah der Anzug an mir aus. So wie ich war, verließ ich nun das Abteil und überließ es Achim. Die Blicke der Leute, die mich auf dem Flur betrachteten, übersah ich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Endlich öffnete sich die Tür und Achim zog mich ins Abteil. Alle vier Kinder waren inzwischen eingeschlafen. Ich legte mich zu ihnen und betrachtete sie, wie entspannt ihre kleinen Gesichtchen waren. Ganz vorsichtig streichelte ich ihnen über ihre Wangen. Jetzt hatte ich Zeit, meine Kinder kennen zu lernen. Beobachtet man so ein kleines hilfloses Wesen, kommt irgendwie ein Schutzbedürfnis auf. Vielleicht ist das auch der Beginn einer Liebe, ich weiss es nicht, wann die Liebe beginnt, aber sie wird von Moment zu Moment mehr. Hatte ich Bedenken wegen Maria Franziska, sie waren wie weggewischt. Sollte es sich herausstellen, dass sie nicht auf eine „normale“ Schule gehen konnte, was soll´s. Bei uns gibt es so viele Möglichkeiten ein Kind zu fördern. Es war gut, dass sie zu uns gekommen ist, denn welche Chance hätte sie in Chile gehabt? Julio Cesar hatte diesen leeren Blick, mit dem er regelrecht weggesunken war, noch immer. Erst viel später verlor sich dies. Das Kind hatte so viel gehungert, ich glaube der für mich leere Blick  war so etwas wie ein Aufgeben. Ich hatte gelesen, dass ein hungerndes Baby Todesangst aussteht. Kein Wunder, dass der Blick irgend wann ins Leere geht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Achim bekam das obere Bett. Lange sprachen wir noch und empfanden es sehr schön, zusammen zu reisen. Er erzählte mir viel von seiner Familie und ich erzählte von der meinen. Schließlich schliefen wir ein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Irgendwann in der Nacht fingen die Kleinen an zu weinen. Achim sagte: „Bleib du bitte liegen, ich bereite die Fläschchen vor, und du fütterst!“ Er legte mir die Kinder in die Arme und eines legte ich mir auf den Bauch. Dann fütterte ich eines nach dem anderen. Zusammen wechselten wir die Windeln, sprachen und streichelten die Kinder, bis sie wieder einschliefen. Innerhalb weniger Minuten war Ruhe im Abteil eingekehrt. Wir aber waren hellwach. Das Geknatter des Zuges hinderte uns daran, einzuschlafen. So verbrachten wir die Nacht, er oben in seinem Bett, ich unten bei den Kindern. Wir unterhielten uns fast die ganze Nacht und zwischendurch sind wir immer wieder eingeschlafen. Zwischendurch fütterten und wickelten wir die Kinder. Die Zeit wurde lang. 16 Stunden sollte die Fahrt dauern. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als die Nacht vorbei war und die Sonne anfing ans Fenster zu scheinen, wurde es unerträglich heiß. Trotzdem waren wir frohgemut, lachten und scherzten und betrachteten die wunderschöne Landschaft. Achim machte den Vorschlag, etwas aus dem Zugrestaurant zum essen zu holen. Natürlich waren Shyamali und ich sofort einverstanden. Ich nahm die Speisekarte und diktierte. Leider vergaß ich die Gefahr einer Magenverstimmung, denn die Stimmung war einfach zu gut. Wir bestellten Pommes Frites mit einem Hamburger und einen schönen großen gemischten Salatteller. Achim machte sich sofort auf den Weg, um das Essen zu besorgen. Er musste von Waggon zu Waggon springen, da die Waggons nur aneinander gehängt waren, aber keine Abdeckung darüber war, worüber man hätte laufen können. Achim schaffte es aber trotzdem. Nach einiger Zeit stand er freudestrahlend mit dem Essen vor der Tür. Heißhungrig machten wir uns darüber her. Ich hatte noch nicht viel gegessen als ich auch schon eine aufkommende Übelkeit verspürte.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/30_Weitere_Kinder_7_files/zug.jpg" length="118116" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 6</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/27_Weitere_Kinder_6.html</link>
      <guid isPermaLink="false">acea511d-63fb-446c-a0c2-c29c2aeac167</guid>
      <pubDate>Tue, 27 Apr 2010 23:17:59 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/27_Weitere_Kinder_6_files/Chile.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_5.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Der Junge war bei einer Pflegefamilie untergebracht, die vom dortigen Jugendamt ausgewählt worden war. Es ging alles professioneller zu. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Shyamali und ich mussten im Vorraum Platz nehmen, während die Ordensschwester mit der Pflegemutter im angrenzenden Zimmer verschwand. Nach kurzer Zeit kamen sie mit einem Säugling auf dem Arm wieder und gaben mir das Kind. Der kleine Junge war acht Wochen alt, betrachtete mich aber ganz genau. Er konnte sein Köpfchen noch nicht alleine halten und lag etwas apathisch in meinem Schoß. Schon nach kurzer Zeit nahmen seine Augen einen seltsam leeren Ausdruck an. Julio Cesar war im Gegensatz zu Maria Franziska ein sehr hübsches Kind, aber irgendwie sonderbar. Abends, als ich nach einem Besuch im Kloster bei Sor Louisa und ihren Mitschwestern wieder im Hotel und Shyamali endlich, nachdem ich ihre unzählige Fragen beantwortet hatte, eingeschlafen war, gingen meine Gedanken wieder zu dem kleinen Jungen. Etwas stimmte nicht mit ihm, dachte ich. Es war anders als bei dem kleinen Mädchen. Maria Franziska konnte ich einordnen, ich sah, dass sie schwach begabt war, (was sich auch später bewies). Bei Julio Cesar wußte ich nicht zu benennen, was ich meinte, es war etwas anderes. Alle Gedanken nützten nun nichts mehr. Ich war nach Chile gekommen und hatte zu den Kindern ja gesagt, ohne dass ich sie kannte. Ein Zurück gab es für mich nicht mehr. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hier hätte ich mir gewünscht, mit jemanden reden zu können, reden, was mich beunruhigte. Aber wir Adoptiveltern wollen uns ja kein Kind aussuchen. Nein, das weisen wir weit von uns. Wir sind Idealisten. Dabei haben wir uns unseren Lebenspartner auch ausgesucht. Wir haben auch nicht irgend einen genommen. Von diesem können wir uns, falls es nicht funktioniert, trennen, von unseren Kindern nicht. Wir sagen JA für unser ganzes Leben. Mit meiner heutigen Erfahrung frage ich, warum dürfen wir nicht schauen, welches Kind wir ein Leben lang zumindest denken, begleiten und lieben zu können? Es wäre für das Kind und auch für die annehmenden Eltern so wichtig. Das eine oder andere Kind ist bei einer anderen Familie besser aufgehoben. Ich war immer der Meinung, dass mit Liebe alles zu regeln ist. Weit gefehlt!  Auch die Haager Konventionen machen das Matching nicht besser. Ich denke das Thema Haager Konvention werde ich an einer anderen Stelle nochmals aufgreifen. Das Ziel einer Adoption muss sein, dass beide Seiten glücklich werden. Das geht aber nur durch Vertrauen. Zu den Adoptiveltern muss in erster Linie Vertrauen aufgebaut werden. Als ICCO noch eine kleine Vermittlungsstelle war, kannte ich jedes Ehepaar. Immer hatte ich ein offenes Ohr und konnte im Laufe der Gespräche erahnen, was sich das Ehepaar wünscht, womit eine Adoption rund sein würde. Vermittelt habe ich nicht, aber ich durfte laut Zulassungsbescheid von der Fachkraft hinzugezogen werden. Das heißt nicht, dass auch hier Fehler passieren können, aber durch das Schaffen von Vertrauen ist eine Basis geschaffen, gemeinsam für das Wohl  des zu vermittelnden Kindes zu sorgen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachdem ich am nächsten Morgen ausgeschlafen war, sah alles wieder viel besser aus. Ich hatte wieder Bärenkräfte und neuen Mut. Meine Tochter und ich frühstückten ausgiebig. Bis zu meinem Termin beim Rechtsanwalt hatte ich noch Zeit. Mit meinem Kind an der Hand verließ ich das Hotel und winkte mir mutig ein Taxi herbei. Ich erklärte dem Fahrer, wo er mich hinfahren sollte. Irgendwann tippte ich ihm auf die Schulter und bat ihn, anzuhalten. Ich bezahlte und stieg vor dem Haus aus, in dem Julio Casar untergebracht war. Die Pflegemutter schaute etwas überrascht, als sie mich so früh erblickte, ließ mich aber trotzdem eintreten. Sie bat mich im Vorraum Platz zu nehmen, was ich überhörte. Ich marschierte ihr ins Kinderzimmer hinterher, wo ich acht oder neun Kindern in ihrem Bettchen erblickte. Ich ging von Bettchen zu Bettchen und sprach mit den Kleinen. Sie waren so ruhig und lächelten zaghaft zurück. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mir tat das herz weh. Shyamali stand an einem Gitterbettchen,in dem ein ca. einjähriges Mädchen stand. Meine Tochter versuchte, mit ihr Kontakt aufzunehmen. Das Kind reagierte kaum. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Pflegemutter erzählte mir, dass alle Kinder, bis auf eines, bereits über das Jugendamt ausländische Adoptiveltern hätten und bald abgeholt werden würden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Vor dem Bettchen eines kleinen Mädchens blieb sie stehen und sagte, dass dieses Kind zwei Monate alt und aus einer Vergewaltigung entstanden sei und an einem Füßchen keine Zehen hätte. Die leibliche Mutter hätte dies als Strafe für die Untat angesehen und das Kind aus diesem Grunde abgegeben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich betrachte das kleine, schlafende Wesen. Es war so süß und friedlich, sofort hätte ich es gegen eines meiner beiden Kinder eingetauscht, doch war das nicht möglich. Damals habe ich dies nur gedacht, heute habe ich den Mut, es auszusprechen. Ich bin ganz sicher, dass dieses Kind mit mir und ich mit ihm glücklich geworden wäre. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich versprach dem Kind, Eltern zu finden, was auch sofort nach meiner Rückkehr über das deutsche Jugendamt gelang. Das Mädchen hat sich bei seinen Eltern hervorragend entwickelt, bekam eine Prothese, so dass für Aussenstehende von der Behinderung nichts mehr zu sehen war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schließlich ging ich zu Julio Cesar und hob ihn aus dem Bettchen. Er war nass und wimmerte. Ja, es war ein klägliches Wimmern, kein lautes Weinen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich bat die Pflegemutter um eine Schüssel mit Wasser. Wortlos ging diese in die Küche, um entsprechende Anweisungen zu geben. Ich folgte ihr mit dem Baby auf dem Arm und meiner neugierigen Tochter am Rockzipfel. Die Frau gab ihrem Hausmädchen kurze Anweisungen und schon wurde mir eine Schüssel mit Wasser gebracht. Ich fasste hinein, um die Temperatur zu prüfen. Das Wasser war kalt! Ich bat höflich, aber sehr bestimmt um eine ganze Schüssel warmes Wasser und ein Handtuch, was mir dann, wenn auch etwas unwillig, gereicht wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Neugierig standen die Pflegemutter und das Hauspersonal um mich herum und beobachteten mein Tun. Ich legte den Jungen auf das Handtuch und zog ihn aus. Was ich sah, erschreckte mich sehr. Unter der Wollhose steckten die Beinchen in den Löchern einer Plastiktüte, die zu einer Gummihose umfunktioniert war. Die Löcher waren so eng, dass das Plastik an den Schenkelchen scheuerte und fast rohes Fleisch zum Vorschein kam. Die Beinchen selbst waren so dünn, wie ich in meinem Leben vorher noch niemals welche gesehen hatten. Ich riss die Plastiktüte auf und streife sie dem Baby ab. Darunter sah es auch nicht besser aus. Der Urin hatte die Haut des Kindes förmlich zerfressen. Der ganze Unterkörper war rot, als ob er verbrannt wäre und mit nässenden, blutigen Flecken übersät. Ich hätte weinen können. Welche Schmerzen dieses Kind wohl schon ausgehalten hatte! Als der Junge nackt vor mir lag, konnte man sehen, dass er fast nur aus wunder Haut und Knochen bestand. Vorsichtig badete ich ihn, was er sich teilnahmslos gefallen ließ. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Behutsam tupfte ich das Kind trocken, während Shyamali mir die mitgebrachte Körperlotion, Wundsalbe und Windel reichte. Zusammen massierten wir den dünnen Körper mit der Lotion und dann behandelte ich die wunden Hautflächen. Schließlich zog ich ihm eine Windel an. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich erklärte der Pflegemutter, dass ich von nun an jeden Tag mehrere Male vorbeikommen würde, um diese Prozedur zu wiederholen. Ich bat sie, die anderen Kinder auch mit der Wundsalbe einzucremen, was sie mir versprach. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Es wurde Zeit, ich musste mich von dem kleinen Jungen, der inzwischen mein Söhnchen geworden war, verabschieden. Ich küsste ihm sein kleines, eingefallenes Bäckchen und sagte ihm, dass ich später wieder käme. Shyamali tat das Gleiche und wir eilten zu unserem Rechtsanwaltstermin, wo uns bereits Sor Louisa erwartete. Der Anwalt, Senor Florin, ein dicker Herr, begrüßte uns freundlich und bat uns, Platz zu nehmen. Er zeigte uns die ganzen Gerichtsdokumente von der Verhandlung, bei der er uns mit unserer Vollmacht vertreten hatte. Nachmittags, erklärte er mir, hätte ich noch einen Termin beim Jugendamt. Ich wies ihn noch darauf hin, dass die Geburtsurkunde bald eintreffen müsste, da ich nur noch zwei Tage in La Union eingeplant hatte. Er meinte zuversichtlich, das würde schon klappen. Ich wollte mich nicht darauf verlassen und bat ihn, seine Sekretärin in diesen anderen Distrikt per Taxi zu schicken, was er sofort veranlasste. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun kamen wir an die Bezahlung. Er verlangte, anderes als abgemacht, das doppelte Honorar. Ich sagte ihm, dass er anfangs am Telefon sagte, dass die Gebühr die Gleiche wäre, egal ob er die Adoption für ein oder zwei Kinder einreichen und bearbeiten würde. Daraufhin meinte der geschäftstüchtige Anwalt, in diesem Falle wären es aber zwei getrennte Adoptionen gewesen, da die Unterlagen von Maria Franziska erst später dazugekommen wären. Wir feilschten eine Weile und einigten uns dann auf 50% Aufschlag. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als auch dies erledigt war, fuhren die Schwester, Shyamali und ich zum Jugendamt. Die Sozialarbeiterin stellte mir Fragen und erzählte mir über die Herkunft der Kinder, was sie wußte. Als alle Fragen von beiden Seiten beantwortet waren, verlangte sie ihr Honorar für diese zusätzliche Arbeit, wünschte mir mit den Kindern alles Gute und wir waren entlassen. Sor Louisa lud uns zum Essen ins Kloster ein. Sie war sehr beschämt, dass alle für die Adoption die Hand aufhielten. Sie selbst nahm nicht einen Dollar für die Mühen und Arbeiten, die sie im Vorfeld geleistet hatte. Im Kloster wurden wir mit Freude erwartet. Eine Schwester hatte bereits gekocht und gebacken, eine andere wirbelte Shyamali durch die Luft, herzte und küsste sie und ging mir ihr in den Garten, um Kirschen zu ernten. Shyamali genoss es sichtlich und fühlte sich sehr wohl. Bei den Schwestern fühlten wir uns wie zu Hause. Sie waren so lieb und kümmerten sich um uns, wo sie nur konnten. Die Begegnung mit diesen Frauen war für mich eine Bereicherung gewesen. Schon jetzt wurde ich traurig, wenn ich daran dachte, das wir in wenigen Tagen abreisen würden. Sobald ich die Geburtsurkunde von Maria Franziska, die aus ihrem Geburtsort abgeholt wurde, bekäme, könnte ich abreisen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Da meine Schwiegermutter nur eine Woche Zeit hatte, sich um meine Kinder zu kümmern, musste ich pünktlich zurückfliegen. Als ich Sor Louisa meine Bedenken wegen des Nicht-Eintreffens der Geburtsurkunde mitteilte, zwinkerte sie mir schelmisch zu und meinte: „Immer heiter, Gott hilft weiter!“ Bei so viel Zuversicht und Gottvertrauen waren meine Zweifel beseitigt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen war das Essen angerichtet und wir wurden zu Tisch gebeten. Es schmeckte vorzüglich. Kaum hatte ich meinen Teller leer, wurde mir nachgefüllt, ich konnte schon nichts mehr essen. Eine Schwester scherzte, ich soll kräftiger zugreifen, schließlich wäre das Mahl von einer Schwester zubereitet worden. Sofort kicherte die ganze Runde. Eine über 90 Jahre alte Schwester erzählte mir von Chile. Ich fragte sie auf Grund ihres Dialektes, ob sie aus Bayern stammen würde. Sie strahlte mich stolz an und fragte, ob man das nach so vielen Jahren noch hören würde. Die Schwestern erzählten mir viel von ihrer Arbeit in diesem Land. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ein etwa 14jähriger Junge betrat den Raum, ging auf eine Schwester zu, gab ihr einen Kuss auf die Wange und begann mit ihr auf Spanisch zu debattieren. Energisch widersprach die Ordensfrau dem Jungen und strich ihm letztlich liebevoll über die Haare. Gerne ließ der Junge diese Geste geschehen, sein Tonfall änderte sich und schließlich lächelte er und verabschiedete sich wieder. Die Frau schaute ihm wehmütig hinterher und sagte zu mir: „Das war mein Junge.“ Als sie meinen fragenden Blick bemerkte, lächelte sie traurig und meinte: „Manchmal ist es sehr schwer, eine Ordensfrau zu sein.“ Ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt. Sie erzählte mir, dass der Junge in ihr seine Mutter sah. Er war als Baby sehr krank gewesen.....</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/27_Weitere_Kinder_6_files/Chile.jpg" length="128960" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 5</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/24_Weitere_Kinder_5.html</link>
      <guid isPermaLink="false">d5ea3842-c100-453e-bd58-8493d1af14fc</guid>
      <pubDate>Sat, 24 Apr 2010 22:54:00 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/24_Weitere_Kinder_5_files/chile2.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_5.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Inzwischen war es draußen dunkel geworden. Immer wieder hielt der Zug an. Weit und breit war nichts zu sehen. Der junge Mann erklärte mir, dass der Schaffner jede Brücke erst auf Sprengstoff untersuchen müsste, da in letzter Zeit sehr viele Anschläge dieser Art verübt worden waren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Plötzlich hörte ich eine Frau deutsch reden. Ich stand auf um zu sehen, wer das war. Eine sehr nette Frau mit ihrer 15jährigen, geistig behinderten Tochter sass ein Stückchen weiter. Ich begrüßte sie und sie bat mich, bei ihr Platz zu nehmen. Sie erzählte, dass ihr Mann hier Lehrer an einer deutschen Schule sei und sie schon einige Jahre in diesem Land leben würden. Auch sie war erfreut, jemanden aus Deutschland getroffen zu haben. Durch den extremen Klimawechsel merkte ich, wie ich Halsschmerzen bekam. Die Frau meinte, es gäbe in Chile ein sehr gutes Zitronengetränk, das schnell helfen würde. Sie bestellte dieses Getränk für mich und auch für sie. Ich glaube, das Glas hatte nur an einer Zitrone gerochen. Der Drink bestand zum größten Teil aus Alkohol, schmeckte aber sehr gut. Als ich das Glas geleert hatte, war die nötige Bettschwere erreicht. Der Schaffner bezog nun alle Betten und liess die Vorhänge herab. Es sah aus wie im Film. Rechts und links waren zugezogene Vorhänge und an jedem Hochbett stand eine Leiter. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Frau hatte nur noch ein Bett für sich und ihre Tochter bekommen. Ich überließ ihr Shyamalis Bett, da mein Kind bei mir sowieso besser schlafen konnte und legte mich zu ihr in das untere Bett. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Obwohl ich sehr müde war, konnte ich durch das Gequietsche und Rattern nicht einschlafen. Die ganze Nacht ging es nur so: Ratterrattertatterquietschquietschquietschrattetrattertatter! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Zwischendurch bremste der Zug vor jeder Brücke, dass ich Sorge hatte, der Zug fällt auseinander. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;An der Seite meines Bettes war ein kleines Fenster, aus dem ich immer wieder hinausschaute. Manchmal konnte ich einen kleinen Bahnhof erkennen, an dem Menschen ein- und ausstiegen. Dann ging das Geratter wieder von vorn los. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Meine Dollars hatte ich in einem Brustbeutel um den Halsgehängt. Kurz dachte ich daran, ob es wohl möglich wäre, hier überfallen zu werden. Da mir nur nette Menschen begegnet waren, verwarf ich diesen Gedanken gleich wieder. Irgendwann bin ich dann doch eingeschlafen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Morgen wachte ich ziemlich gerädert auf. Alle Knochen schmerzten. Was ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wußte, meine Tochter und ich hatten uns wahrscheinlich in dieser Nacht Läuse eingefangen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Shyamali war inzwischen auch aufgewacht. Neugierig schauten wir aus dem Fenster. Wir hatten wirklich das Gefühl, im tiefsten Schwarzwald oder im Allgäu zu sein. Die Wiesen waren grün und saftig, Kühe grasten auf den Weiden und bei einem Bäcker lasen wir: Heute frischer Apfelkuchen! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mein Kind und ich entschlossen uns aufzustehen und uns im Waschraum ein wenig zu erfrischen. Als wir diesen betraten entschieden wir uns spontan für eine Katzenwäsche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Shyamali und ich frühstückten unsere Kekse und schauten dem Schaffner zu, wie er die Betten wieder in Sitze verwandelte. &lt;br/&gt;Kaum hatten wir Platz genommen sagte er mir, dass die nächste Station La Union sei und wir aussteigen müssten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun bekam ich doch Herzklopfen! Ein wenig aufgeregt packte ich meine Habseligkeiten zusammen, verabschiedete mich von den anderen Fahrgästen, nicht ohne zu versprechen zu schreiben und schon hielt der Zug an. Wir waren in La Union, nicht mehr weit entfernt von den Pinguinen, angekommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mit uns stiegen recht viele Reisende aus. Fast alle wurden abgeholt. Ich schaute mich um und konnte erst keine Schwester erkennen. Mit der Zeit wurde es auf dem Bahnhof leerer, und dann sah ich fast am anderen Ende des langen Zuges zwei Ordensschwestern stehen, die sich suchend umblickten. Zögernd ging ich mit dem Koffer in der einen, Shymali an der anderen Hand auf die Beiden zu. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Schwestern schauten in unsere Richtung, betrachteten uns kurz, doch schenkten sie uns keinerlei besondere Aufmerksamkeit. Sie schauten sich weiter suchend um. Ich dachte, dass sie auf jemanden Anderen warten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach einiger Zeit fuhr der Zug ab und nur die beiden Schwestern und wir standen noch am Bahnhof. Ungläubig schauend kamen sie schließlich auf uns zu und fragten: „Sie sind doch nicht etwa Frau Hofer?“ „Doch“, sagte ich, „die bin ich!“ Die beiden Schwestern schauten mich und mein Töchterchen an, dann blickten sie sich an und fingen herzlich an zu lachen. Sie konnten sich kaum beruhigen. Verdutzt stand ich da und konnte mir nicht erklären, was der Grund für diese Erheiterung war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als die beiden sich beruhigt hatten erklärten sie mir lachend, dass sie sich bereits ein Bild von mir gemacht hatten. Sie hatten eine etwas dickliche Mama von vier Kindern erwartet, die mit ihrer großen Tochter unterwegs war. Nun stand ein fast junges Mädchen mit einem kleinen Kind vor ihnen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Liebevoll hakten sie mich unter und brachten uns zum Taxi. Noch lange hörte ich von anderen Adoptiveltern, die nach mir in Chile adoptierten, dass die Ordensschwestern von dieser Begebenheit erzählten und noch immer lachen mussten, wenn sie daran dachten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die ältere, ca. 75jährige Schwester, war Sor Louisa. Sie erklärte mir, dass sie uns nun in ein Hotel bringen würden. Dort angekommen, mühte sich die alte Frau ab, mit uns die vielen Treppen zur Rezeption hinaufzusteigen. Dort machte sie mich mit dem Portier bekannt und sagte zu mir, dass sie nun nach nebenan zur hl. Messe gehen und mich dann anschließend abholen und zu meinen Kindern bringen würde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Sie verabschiedete sich und der Empfangschef zeigte uns unser Zimmer. Es war sehr sauber und hübsch eingerichtet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Shyamali und ich sprangen sofort unter die Dusche und wechselten endlich unsere Kleidung, die es bitter nötig hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Kaum waren wir angezogen, klopfte es an der Tür. Sor Louisa war schon wieder zurück. Lächelnd fragte sie, ob ich bereit wäre, meine beiden Kinder zu besuchen. Ich hatte zwar noch nasse Haare und eine gewisse Ähnlichkeit mit einem zerrupften Vogel, aber das war mir in diesem Augenblick egal. Schnell schnappte ich einige Rasseln, die ich vor dem Abflug besorgt hatte und rannte mit Shyamali Sor Louisa hinterher,die Treppe hinunter, wo schon ein Taxi wartete, das uns zu Maria Franziska brachte. Die Ordensschwester hatte das Baby zu einer Pflegefamilie gegeben, damit es gut versorgt wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In Chile waren die Behörden etwas fortschrittlicher. Die Behörde hatte die Möglichkeit, verlassene Kinder bis zur Adoption in Pflegefamilien zu geben, die regelmäßig überprüft wurden. Die Ordensschwester hatte auch die Möglichkeit, arme Familien als Pflegefamilien vorzuschlagen, die dann durch die anerkannte Pflegestelle Geld verdienen konnten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine sehr sehr dicke Frau trat aus der Tür und begrüsste die Schwester sehr herzlich. Sie sprachen sehr viel und sehr schnell, was ich in diesem Tempo nicht verstehen konnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Herzlich hieß die Frau Shyamali und mich willkommen und bat uns, einzutreten. Ich schaute mich in der Wohnung um, die aus einer kleinen Küche und einem angrenzenden Zimmer bestand, Auf dem Steinfussboden war eine Tragetasche platziert, in dem ein kleiner, ca. 9 Monate alter, sehr dicker Junge vor sich hin krähte. Er war zwischen Kissen eingequetscht, so dass er sitzen konnte. Fröhlich lachte er uns entgegen. „Das ist Claudio,“ sagte Sor Louisa. „Er wird auch bald ein Deutscher sein, seine neuen Eltern kommen in den nächsten Tagen.“ Die Pflegemutter hatte es mit dem kleinen Jungen sehr gut gemeint. Er war mehr als gut genährt. Der Maisbrei schien ihm sehr zu schmecken. Ich ging zu dem kleinen Mann und hob ihn aus der Tasche. (Hier steckte ich mich mit Krätze an) . Er quietscht vor Vergnügen. Sein Gesichtchen war von einem sehr starkem Ausschlag übersäht, der sich bis zum Hals hinunter zog. Später erfuhr ich von seiner Adoptivmutter, dass er Krätze hatte und seine ganze, neue Familie angesteckt hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wer schon einmal Krätze hatte kann sicherlich nachfühlen, welch schlimmer Juckreiz mitunter Monate den Befallenen quält. Doch der kleine Claudio schien dies alles nicht zu spüren. Fröhlich plapperte er mit uns. Schliesslich steckte ich ihn wieder zwischen die Kissen, drückte ihm eine Rassel in die Hand und folgte der Ordensschwester zu einem Sofa, auf dem ein winziges Baby lag. Es war Maria Franziska. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Ordensschwester legte mir das kleine Bündel Mensch in die Arme. Das Baby hatte einen ähnlichen Hautausschlag im Gesicht, wie der kleine Claudio. Winzige Igelhaare standen vom Kopf ab. Ein Hals war vor lauter Speck nicht zu erkennen. Das kleine Mädchen hatte einen sonderbaren Gesichtsausdruck, den ich nicht zu deuten wusste. Wenn ich heute sage, dass der Gesichtsausdruck schon damals, als das Mädchen noch so klein war, unintelligent war, so klingt das nicht gut, entspricht aber der Wahrheit und meinen damaligen Gedanken. Etwas erschrocken betrachtete ich den Gesichtsausdruck des Kindes. Shyamali streichelte fast andächtig das kleine Händchen und fragte: „Ist das nun meine kleine Schwester?“ Als ich nicht antwortete sagte meine Tochter: „Mama, warum schaust du so, gefällt dir unser Baby etwa nicht? Du nimmst es doch mit nach Hause?“ Ich blicke Sor Louisa an. Diese meinte lächelnd: „Haben sie keine Sorge, in Deutschland wird alles gut werden. Oder gefällt ihnen das Kind nicht?“ Als ich sie zaghaft auf den sonderbaren Gesichtsausdruck des Kindes aufmerksam machte, meinte sie, dass sich alles geben würde. Ein wenig bang war mir schon ums Herz, als wir uns verabschiedeten und uns auf den Weg zu Julio Cesar machten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Auch wenn mich Eltern nicht verstehen, so muss ich trotzdem sagen, dass ich hier ganz klar nein sagen hätte müssen und mich nicht traute. Wenn wir ein Kind bekommen, so verändert sich dadurch unser Leben, oft zum Positiven, aber manchmal eben auch zum Negativen. Hätte ich in Chile NEIN gesagt, wäre uns sehr viel erspart geblieben.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/24_Weitere_Kinder_5_files/chile2.jpg" length="85904" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 4</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/23_Weitere_Kinder_4.html</link>
      <guid isPermaLink="false">093508c5-5a83-4594-bd8f-daa86e0d0376</guid>
      <pubDate>Fri, 23 Apr 2010 00:28:56 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/23_Weitere_Kinder_4_files/zug.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Ich erzählte ihm, dass die Adoption für Julio Cesar eingereicht war. Natürlich fand er den Zeitpunkt nicht sehr passend, da die Fertigstellung unseres Hauses und der Umzug anstand. Da aber ich die meiste Arbeit mit den Kindern hatte, und auch nach Chile fliegen musste meinte mein Mann, wenn ich mir diese zusätzliche Belastung zutrauen würde wäre er einverstanden. Dass ich ein klein wenig ein Mädchen lieber gehabt hätte, sagte ich ihm nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In den nächsten Tagen bereiteten wir unsere Kinder auf ein weiteres Geschwisterchen vor. Viele Fragen hatten wir zu beantworten. Wieder wurde ein Zimmer mit Bettchen und Zubehör eingerichtet. Neue Strampler, Hemdchen und Fläschchen mussten besorgt werden. Den Haushalt verrichtete ich nebenbei. Frau B., die Haushälterin war mir eine große Hilfe. Alles was die Kinder anbetraf machte ich selbst, auch das Kochen. Meine Kinder waren diesbezüglich verwöhnt und assen nichts, was nicht ich zubereitet hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Seit meinem letzten Anruf nach Chile waren inzwischen zwei Wochen vergangen. Mit klopfendem Herzen rief ich wieder bei Sor Louisa an. Sie hatte meinen Anruf bereits erwartet und erklärte mir mit froher Stimme, dass eine weitere Adoption für ein kleines Mädchen für uns eingereicht war und ich sofort kommen sollte. Der Aufenthalt in Chile würde zwischen acht und vierzehn Tagen dauern. Ich versprach mich sofort um einen Flug zu kümmern und meine Ankunft mitzuteilen. Zwei Kinder, dachte ich, zwei Säuglinge, das würde viel Arbeit bedeuten, aber auch viel Glück. Ich ließ es einfach offen, ob ich wirklich das Mädchen auch wollte. Ich dachte nicht, dass die Ordensschwester sofort eine weitere Adoption einreichen würde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Hieran sehen Sie, liebe Leser, es gibt so viele Kinder, die ein Elternhaus brauchen. Die Schwester war einfach froh, noch ein Kind in eine Familie geben zu können, da es unzählige Kinder gab und immer noch gibt. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich rief meine Schwiegermutter an und fragte, ob sie für diese Zeit zu uns kommen und die Kinder zusammen mit meinem Mann versorgen könnte. Sie war einverstanden, hatte aber nur eine Woche Zeit. Abends erzählte ich meinem Mann, dass ich nach Chile fliegen würde. Von Maria Franziska erzählte ich ihm an diesem Abend nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am nächsten Tag hatte mein Mann frei und wir machten eine Tour mit dem Fahrrad, um ohne die Kinder alles Weitere zu besprechen. Wir setzen uns unterwegs in ein kleines Restaurant und sprachen über unsere Familie und den Neuzugang. Ich erzählte ihm von den Gesprächen mit der Ordensschwester und von dem zusätzlichen Kind. Er sagte: „Eva, wir haben Liebe, Platz und Geld genug, wenn es so sein soll, dann bring das Mädchen mit. Unser Haus hat so viele Zimmer, vielleicht war es Schicksal, dass wir ausgerechnet dieses Haus gefunden haben. Hier können noch einige Kinder ein Zuhause finden!“ Dafür liebte ich meinen Mann, dafür, dass ihn auch wie mich, das Leid der Anderen nicht kalt liess. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir beschlossen, dass Shyamali mich auf dieser Reise begleiten würde. Am nächsten Tag buchte ich mit der Varig einen Flug nach Santiago de Chile. Abends rief ich die Ordensschwester an und sagte ihr, dass mich meine große Tochter begleiten würde. Sie freute sich schon auf unser Kennenlernen und wünschte uns einen guten Flug. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Alles war erledigt, die Koffer gepackt, Schwiegermutter im Anmarsch, ich konnte fliegen. Doch der Abschied von meinen Kindern viel mir sehr schwer. Mein kleiner, zweijährige Sohn George verstand noch nicht, dass ich wegging. Da er immer mein Sorgenkind gewesen war, bestand eine enge Bindung zwischen uns. Es brach mir fast das Herz, als ich ihn zum Abschied in den Arm nahm und ihn zum Mittagsschlaf hinlegte. Pamela und Asela konnte ich erklären, dass ich bald wiederkommen würde, George nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mein Mann brachte mich und Shyamali, die sich sehr auf die Reise freute, zum Bahnhof, wo uns der Zug zum Frankfurter Flughafen brachte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Zeit verging wie im Flug und wir saßen im Flugzeug, das uns nach Chile bringen sollte. Es war ein Erlebnis! Shyamali genoss es, von den sehr freundlichen Stewardessen verwöhnt zu werden. Es war ein langer Flug. Endlich erreichten wir Rio de Janeiro, wo wir umsteigen mussten. Als wir uns endlich zu unserem Fluggate durchgefragt und neue Platzkarten bekommen hatten, durften wir in die neue Maschine einsteigen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Anblick, der sich uns aus der Höhe bot, war überwältigend. Der Pilot kreiste über der Copacabana, damit wir Zeit hatten, diesen wunderschönen, langgezogenen Strand zu bewundern. Dann sahen wir den Zuckerhut in unmittelbarer Nähe. Mein Mann hatte mich gebeten, diesen für ihn zu fotografieren, was ich von allen Seiten auch tat. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir sahen den tropischen Regenwald durch den sich der Amazonas schlängelte. Dann setzte die Maschine in Sao Paulo zur Zwischenlandung an, wo noch einige Fluggäste zustiegen. Von da an ging es direkt nach Santiago. Es war aufregend. Das Flugzeug flog zwischen den schneebedeckten Anden. Einen schöneren Anblick hatte sich meinen Augen noch niemals zuvor geboten. Immer tiefer flogen wir, ganz von dem Gebirge eingeschlossen. Es war nur eine keine Schneise, die dem Flugzeug blieb. Doch der erfahrene Kapitän schaffte es, die Machine sicher durch die Berge auf die Landebahn zu lenken. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine ganz andere Welt bot sich unseren Augen. Shyamali hatte wenig Sinn dafür. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Sonne brannte erbarmungslos, als wir in einer langen Warteschlange am Einreiseschalter standen. Der Rucksack wurde meinem kleinen Mädchen zu schwer und sie weinte. Schell nahm ich ihr die Last von den Schultern, tröstete sie und suchte ein Plätzchen, wo sie sich hinsetzen konnte. Mit ein paar Kekschen in der Hand und einer Trinkflsche versiegten die Tränchen schnell. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Unsere Koffer wurden gründlich durchsucht, unsere Pässe kontrolliert und wir waren eingereist! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als wir ins Freie traten, wurden wir bereits von einem Mann erwartet, der ein Schild mit unserem Namen in der Hand hielt. Sor Louisa hatte dies veranlasst. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach einer herzlichen Begrüßung fuhren wir zum Bahnhof, wo wir für Shyamali und mich noch für den selben Abend ein Ticket nach La Union kauften. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eine Schlafwagenkabine konnten wir nicht mehr bekommen, alles war ausgebucht. Da ich aber noch am selben Tag weiterreisen wollte, nahmen wir ein einfaches Ticket. Anschließend brachte uns dieser Mann zu seiner Frau Patricia. Die bot uns an, eine Nacht in ihrem Hause zu schlafen. Sie hatte Gästezimmer, die andere Adoptiveltern in Anspruch nahmen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Meine Tochter und ich waren zwar von dem langen Flug müde, da ich aber unter Zeitdruck stand, musste ich das Angebot ablehnen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachdem wir etwas getrunken und uns frisch gemacht hatten, wurden wir zum Zug gebracht. 16 Stunden sollte die Fahrt dauern. Solch einen Zug hatte ich noch niemals vorher gesehen. Es war ein deutscher Zug, aber bestimmt noch aus der Zeit vor dem Krieg. Große Rostlöcher klafften entlang der Wagons. Wir liefen an Abteilen  mit Hühnern und anderem Getier vorbei. Oh Gott, dachte ich, das kann ja heiter werden. Doch je weiter wir nach vorn kamen, desto zivilisierter wurde es. Endlich waren wir bei unserem Wagen angekommen und fanden auch gleich unsere Sitze. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir verstauten unser Gepäck, verabschiedeten uns und los ging die abenteuerliche Reise. Der Wagen sah in etwa aus wie unsere Eilzüge. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mir gegenüber sass ein junger Chilene vertieft in einem Buch. Als der Getränkewagen zu hören war, fragte ich den jungen Mann, ob er so nett wäre und für meine Tochter eine Soda kaufen würde. Ich streckte ihm einen Geldschein im Wert von ungefähr 50 Euro zu. Der junge Mann lachte und meinte, damit könnte ich den ganzen Getränkewagen kaufen. Er nahm mein Geld nicht, sondern stand auf und kaufte eine Flasche Soda, die er Shyamali schenkte. Ich packte kleine Schokoladetäfelchen aus und forderte ihn auf, sich eine auszusuchen. Erst nach längerem Überlegen griff er zu. Da ich sehen konnte, dass ihm dies vorzüglich mundete, hielt ich ihm wieder die Schokolade unter die Nase. Etwas schüchtern griff er nochmals zu. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich betrachtete ihn, wie er in seinem Buch las. Mit meinen spärlichen Spanischkenntnissen  fragte ich ihn, wie weit er reisen würde. Er antwortete höflich und las weiter. Ich sagte ihm, dass wir nach La Union fahren würde, ob er wüsste, um welche Uhrzeit wir dort ankommen würden. Er meinte, gegen 9.30 Uhr und las weiter. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich betrachtete die Landschaft. Je weiter wir fuhren, desto mehr änderte sich die Aussenwelt. Erst waren wir von kahlen Anden umgeben. Es war herrlich, zu sehen wie die Sonne zwischen den Bergen versank. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Berge verschwanden und saftige, grüne Hügel mit Kühen kamen zum Vorschein. Es sah plötzlich aus wir im Schwarzwald. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Tief beeindruckt von dem Gesehenen drängte ich dem jungen Chilenen wieder ein Gespräch auf. Er freute sich sehr, dass mir sein Land so gut gefiel. Er war wohl die vielen Störungen meinerseits leid und legte sein Buch zur Seite. Er begann, mir über Chile und über seine Grossmutter zu erzählen. Er sagte mir, dass diese deutschstämmig gewesen sei und dass dort, wo ich hinführe, viele deutschstämmige Menschen leben würden. Wir unterhielten uns so angeregt, dass wir nicht bemerkten, wie die Zeit verging. Shyamali hatte inzwischen ihr Köpfchen auf meinen Schoss gelegt und war nahe daran, einzuschlafen. Der junge Mann erklärte mir, dass für die Nacht der Schaffner die Sitze ausziehen und zu einem Bett umfunktionieren würde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als der Schaffner vorbeikam fragte ich ihn, ob er das obere Bett herunterklappen und beziehen könnte, da mein Kind sehr müde sei. Er verneinte und meinte, es sei noch nicht spät genug. Kaum hatte er dies ausgesprochen, entbrannte eine heiße Diskussion. Ein chilenisches Ehepaar erhob sich und erklärte dem Schaffner sehr bestimmt, dass er auf der Stelle das Bett herrichten müsse, da das kleine Mädchen sehr müde sei und eine weite Reise hinter sich habe. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der junge Mann und noch andere Mitreisende umringten den Mann in Uniform und redeten auf ihn ein. Es blieb ihm keine Wahl, er bereitete das Schlaflager für Shyamali. Nachdem sie noch einige Kekschen gegessen, ihr Gute-Nacht-Gebet aufgesagt uns ein Küsschen bekommen hatte, kletterte sie die Leiter nach oben und kuschelte sich unter die Zudecke, wo sie bereits nach wenigen Minuten in einen tiefen Schlaf versank.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/23_Weitere_Kinder_4_files/zug.jpg" length="47417" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 3</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/21_Weitere_Kinder_3.html</link>
      <guid isPermaLink="false">49d8fbfd-d7d2-4a27-bb22-128a51afc2d9</guid>
      <pubDate>Wed, 21 Apr 2010 23:45:13 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/21_Weitere_Kinder_3_files/strassenkinder%202.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object001_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Sor Louisa sagte, dass ich die erforderlichen Unterlagen für eine Adoption in Chile zusammenstellen und ihr schicken soll. Mein Mann war einem weiteren Kind nicht abgeneigt, nur den Zeitpunkt hielt er für unpassend. Nach unserem Umzug meinte er, könnten wir unsere Familie vergrößern. Da mir diese Frau, die aus Chile ein Kind adoptierte, erzählte wie lange die Wartezeiten seien, überzeugte ich meinen Mann, die Dokumente jetzt schon zusammenzustellen und einzureichen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Das Jugendamt kannte uns ja bereits. Frau H. kam zu einem Gespräch vorbei, erlebte unsere vier Kinder in Aktion und war bereit, den erforderlichen Sozialbericht zu erstellen. Die benötigten Unterlagen waren fast identisch mit den Unterlagen, die ich für meine vorherigen Adoptionen benötigte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die nächsten Tage sahen folgendermaßen aus: Morgens brachte ich meine beiden Töchter in den Kindergarten, packte Asela und George ins Auto und fuhr zu den verschiedenen Behörden. Kinder losschnallen, die Kinder aus dem Auto nehmen, zum Aufzug schleppen, nach oben fahren, Dokumente beantragen, Kinder wieder zurück zum Aufzug schleppen, eines läuft in die andere Richtung, ich hinterher und einfangen, in den Aufzug, nach unten fahren, Gebühren an der Kasse bezahlen, mit den Wertmarken in der Hand, die Kinder im Auge und unter dem Arm, zurück zum Aufzug, Knopf drücken, Asela nutzt die Gelegenheit und büchst aus, diesen wieder einfangen, George zappelt unter meinem Arm, er möchte laufen, ich vertröste ihn auf: gleich, nassgeschwitzt aber siegessicher mit den Wertmarken in der Hand wieder in der sechsten Etage angekommen, meine Dokumente in Empfang nehmen. Mit den Kindern und den beglaubigten Papieren zur nächsten Behörde und zum Arzt für das erforderliche Gesundheitszeugnis. &lt;br/&gt;Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich meine beiden Mädchen bald aus dem Kindergarten abholen musste. Ich sass wie auf Kohlen. Aselas Hose wurde nass und aus Georges Richtung stiegen unangenehme Düfte in die Nase. Endlich kam ich an die Reihe, wurde kurz abgehört, mein Blutdruck war deutlich erhöht, bekam aber trotzdem das erforderliche Gutachten, da ich ansonsten keinerlei Auffälligkeiten hatte. Mein Mann sollte abends vorbeikommen. Dankend verliess ich mit den inzwischen lautstark quängelnden Kindern die Praxis, wickelte George auf der Ladefläche des Autos, erklärte Asela, dass er gleich frische Hosen bekäme und fuhr zum Kindergarten, wo ich mit vorwurfsvollem Gesicht der Erzieherin erwartet wurde. Ich entschuldigte mich für die Verspätung, schnappte meine Töchter, verfrachtete diese auf dem Rücksitz, beantwortete ihre tausend Fragen und fuhr nach Hause. Dort angekommen duschte ich Asela, fütterte George, brachte ihn zum Mittagsschlaf zu Bett, wärmte das schon vorbereitete Essen auf, bemühte mich, Asela mit liebevoller Stimme zum Essen zu animieren, was mir nur manchmal gelang und brachte auch ihn dann zum Mittagsschlag zu Bett. Meine Töchter schliefen auch noch recht häufig eine Stunde. Nachdem der Abwasch erledigt war freute ich mich auf ein Stündchen der Entspannung. Ich stellte das Telefon aus und machte es mir auf dem Sofa bequem. Ich sass meist noch nicht richtig, ertönte gellendes Geschrei. Ich rannte, George schrie! Er wollte, dass ich mich zu ihm legte. Natürlich tat ich auch das. Sofort schliefen wir ein. Ich wachte auf und alle vier Kinder lagen bei mir. Wir kuschelten und hatten viel Spass. Benny und Basti hatten sich auch zu uns gelegt, sie wollten nicht abseits stehen. Die Kinder tobten mit mir, aber die Katzen nahmen reißaus. Wir standen auf, die Kinder spielten und ich bügelte ihre Blusen und Hemdchen, keinen liess ich diese Arbeit machen, da ich der Meinung war, dass nur ich es besonders schön konnte, oder erledigte andere, anstehende Hausarbeit. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Mein Mann rief mich an, er wollte sehen, wie es uns ging. Ich fragte ihn nach seinem Essenswunsch. Wieder packte ich alle vier Kinder ins Auto, da die Haushälterin bereits Feierabend hatte, und fuhr mit ihnen zum Einkaufen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Meine Kinder waren gut erzogen, trotzdem waren sie Kinder, die alles ansehen und anfassen mussten. Oft erwischte ich im letzten Moment ein Gurkenglas, kurz bevor es auf den Boden fiel. Zuhause bereitete ich das Abendessen zu. Mein Mann drückte und küsste seine frisch gebadeten Kinder und erzählte mir von seinem anstrengenden Tag. Oft meinte er, dass er gerne mit mir tauschen wollte. Ich könne von Glück sagen, ohne Stress leben zu können. Meine Worte, die mir auf der Zunge brannten, schluckte ich wieder hinunter. Es hatte keinen Sinn, ihm von meinem Tag zu erzählen. Er wunderte sich nur, wie müde ich abends von dem bisschen Haushalt war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich fuhr ihn noch kurz zum Arzt wegen des Gesundheitszeugnisses, natürlich nicht ohne anhören zu müssen, wie viel Stress das für ihn bedeutete. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach wenigen Wochen hatte ich die Papiere zusammen und wieder einige Pfunde verloren. Alle Dokumente waren in die spanische Sprache übersetzt und beglaubigt. Ich verpackte alles zu einem kleinen Päckchen und schickte diese an die Ordensschwester nach Chile. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nach ca. zwei Wochen rief ich sie an um zu sehen, ob alles angekommen war. Sor Louisa war sehr herzlich und erklärte mir, dass meine Post sie bereits vor einer Woche erreicht hätte und alle Papiere vorbildlich zusammengestellt waren, nichts fehlte. Sie erzählte mir weiter, dass sie diese dem Rechtsanwalt übergeben habe. Die Adoption sei bereits eingereicht, wir würden einen kleinen Jungen, Julio Cesar bekommen. Ich glaubte, nicht richtig gehört zu haben. Ich sagte der Schwester, dass ich mich auf eine längere Wartezeit eingestellt hatte und fragte, warum es so schnell gehen würde. Sie meinte sehr ernst, dass es bei weitem viel mehr Kinder als Bewerber gäbe. Da wir keinerlei Sonderwünsche angegeben hatten gab es für uns Kinder genug. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Natürlich würden wir den kleinen Jungen nehmen, ohne ihn vorher gesehen zu haben, denn ich vertraute Sor Louisa. Ich sagte ihr, dass der kleine Junge willkommen sei und meinte ein wenig im Spass, dass ich insgeheim gehofft hätte, nach zwei Jungs ein Mädchen zu bekommen. Sie lachte und sagte, ich könnte auch noch ein Mädchen dazu adoptieren. Ich dachte, sie machte einen Scherz. Die Schwester sagte, ich solle in zwei Wochen wieder anrufen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als ich aufgelegt hatte, konnte ich wieder einmal nicht glauben, was ich gerade erlebt hatte. Ob sie das mit dem Mädchen ernst gemeint hatte? Ob es gut wäre, zwei Kinder gleichzeitig zu bekommen? Zwei Kinder aus Südamerika, aus Georges unmittelbarer Heimat. Zwei Kinder mit einer ähnlichen Mentalität wie mein kleiner Sonnenschein, das wäre Glück pur. Aber vielleicht hat Sor Louisa das auch nur als Scherz gesagt, dachte ich. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nun hatte ich ein Problem. Wie sollte ich meinem Mann beibringen, dass wir nicht auf einer langen Warteliste waren, sondern bereits bald ein Kind bekommen würden. Ich entschloss mich, auf einen günstigen Augenblick zu warten. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen war es November geworden. Wir feierten Pamelas fünften Geburtstag und drei Tage später Aselas dritten und Georges zweiten Geburtstag. Die Jungs hatten am gleichen Tag Geburtstag. Wir hatten viel Freude an unseren aufgeweckten Kinder. Sie tobten durchs Haus und erfreuten sich ihres Daseins. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Am Abend des Geburtstages der Buben bat ich diese, ihr Zimmer aufzuräumen. Sobald sie fertig seien, würden es die von ihnen gewünschten Spaghetti geben. Bereits nach kurzer Zeit riefen mich meine Söhne und meinten, sie seien fertig. Ungläubig schaute ich mich im Zimmer um. Tatsächlich, nicht ein Legoteilchen, nicht ein Fusselchen war auf dem Teppich zu sehen. Schon wollte ich lobende Worte aussprechen,als mir auffiel, dass selbst die Bettdecken aus den Bettchen fehlten. Ich fragte, wo denn alles sei. „Aufgeräumt“, meinten beide strahlend. Suchend schaute ich mich um und konnte nichts entdecken. „Wo habt ihr denn alles hingeräumt?“ fragte ich meine Söhne. George zweigte mit seinem Fingerchen zum offenen Fenster. Ich trat ans Fenster und schaute hinaus. Die ganzen Spielsachen, Bettdecken und Schlafanzüge lagen im Garten. Ich drehte mich zu meinen Buben um. Abwartend standen sie da und warteten auf ein Lob. Mir wurde übel. Das Zimmer befand sich im ersten Stock. Es gab für sie, so dachte ich, keine Möglichkeit, auf das Fensterbrett zu klettern, da es sehr hoch war. Wie sich nun herausstellte, hatte ich mich getäuscht. Sie hatten beide auf der Fensterbank gesessen und alle Utensilien hinausgeworfen. Oh Gott, wenn sie hinausgefallen wären! Ich war so froh, dass meinen beiden Söhnen nichts geschehen war. In Anbetracht dessen, was geschehen hätte können, lobte ich die Beiden, dass sie das Zimmer so schön aufgeräumt hatten. Nun mussten wir wieder alles im Garten einsammeln und die beiden Mädchen halfen. Ich erkläre den Jungs, dass Spielsachen nicht in den Garten gehören, sondern ins Zimmer. In Zukunft achtete ich darauf, dass die Fenster verschlossen waren. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Nachdem Asela nun drei Jahre alt geworden war, hatte er einen Kindergartenplatz bekommen. Gerne ging er mit seinen Schwestern dort hin. Manchmal verbrachte er den Vormittag im Kindergarten damit, sein Frühstücksbrot zu essen. Es war nicht möglich, der Erzieherin beizubringen, dass sie, wenn er nichts essen wollte, sie sein Frühstücksbrot wieder einpacken sollte. Stunden liess sie ihn vor dem Brot sitzen und dachte, ihn besser erziehen zu können als ich. Das erlebte ich noch oft. Egal ob Erzieher oder Lehrer. Bei Adoptivkindern bilden sich viele dieser Menschen ein, besser mir ihnen umgehen zu können, als wir, die Eltern. Adoptivkinder werden sehr oft als ein sogenanntes Allgemeingut angesehen. Ich erlebte einmal, als eine Lehrerin sich anmasste, mit beibringen zu wollen, wie die Namen meiner Kinder auszusprechen seien. Namen, die ich den Kindern gegeben hatte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Meinem Sohn Asela packte ich schließlich kein Frühstücksbrot mehr ein, höchstens ein wenig Obst und so erledigte sich das Problem von allein. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Die Zeit drängte. Ich musste meinem Mann erzählen, dass wir in Kürze einen Sohn bekämen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Als die Kinder abends im Bett waren, brachte ich das Thema behutsam auf Chile. Ein Buch hatte ich mir auch schon gekauft, um mich über Land und Leute zu informieren. Ich zeigte es meinem Mann. Zusammen blätterten wir darin. Schließlich wollte er wissen, ob unsere Papier wohlbehalten angekommen waren. Ich sagte ihm, dass alles in bester Ordnung sei und die Adoption etwas schneller voranging als gedacht, Er fragte: „Wie schnell?“ Ich sagte: „Sehr schnell!“ Mein Mann ahnte, was das bedeutete.</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/21_Weitere_Kinder_3_files/strassenkinder%202.jpg" length="243009" type="image/jpeg"/>
    </item>
    <item>
      <title>Weitere Kinder 2</title>
      <link>http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/19_Weitere_Kinder_2.html</link>
      <guid isPermaLink="false">eccdd6b9-de17-4699-970e-ced3ae933fbd</guid>
      <pubDate>Mon, 19 Apr 2010 22:32:23 +0200</pubDate>
      <description>&lt;a href=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/19_Weitere_Kinder_2_files/chile.jpg&quot;&gt;&lt;img src=&quot;http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Media/object002_4.jpg&quot; style=&quot;float:left; padding-right:10px; padding-bottom:10px; width:251px; height:188px;&quot;/&gt;&lt;/a&gt;Als erstes möchte ich mich für die treuen Leser und ihre Emails bedanken. Auch hat sich nun die Übersetzung geklärt. Ich bin sehr dankbar dafür. Da das Ausland, die Herkunftsländer unserer Kinder, Interesse an meinem Buch angemeldet haben und den Blog lesen möchten, ist es Dank einer Frau, die die Übersetzung übernehmen wird, nun bald möglich. Herzlichen Dank! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der kleine George entwickelte sich immer besser. Er bereitete mir große Freude. Asela und er konnten wunderbar miteinander spielen. Ich hatte einen Zwillingsbuggy gekauft und die beiden Kinder genossen es, zusammen ausgefahren zu werden. Oft wurde ich gefragt,  ob die Beiden Zwillinge seien. Wo unsere Mitmenschen eine Ähnlichkeit entdeckten, ist mir schleierhaft. Der eine Junge war kräftig braun und zweieinhalb Jahre alt, der andere fast weiss und ein Jahr jünger. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir fielen mit unseren Kindern auf, egal wohin wir gingen. Manchmal war es schon lästig, aber die Kinder und wir lernten damit umzugehen. Shyamali war schon ein richtig großes Mädchen geworden, das ihre Schwester noch immer nicht besonders leiden konnte. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Pamela war sehr gewachsen und recht selbstbewusst geworden. Sie war lebhaft, lachte gern und fast nichts deutete darauf hin, dass sie nicht von Anfang an in unserer Familie gewesen ist. Sie konnte inzwischen ohne einen Akzent sprechen. Im Kindergarten hatte sie wegen ihres freundlichen Wesens viel mehr Freunde als Shyamali, was diese natürlich wurmte. Es war und blieb ein Konkurrenzkampf zwischen den beiden Mädchen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ich reichte die Adoption für alle drei Kinder ein. Die Sozialarbeiterin, Frau H., kam zum Hausbesuch und war von unseren Kindern sehr angetan. &lt;br/&gt;Da ich noch einige rechtliche Fragen hatte rief ich beim Landschaftsverband Westfalen - Lippe, in Münster an. Eine Sozialarbeiterin, die mir sicherlich keinerlei Vorschriften machen konnte sagte zu mir: „Wenn sie jetzt aber nicht aufhören, muss ich mit ihnen schimpfen!“ Sie sprach mit mir wie mit einem geistig minderbemittelten Kind und nicht wie mit einer gestanden Frau und Mutter von vier Kindern. Ob sie auch so mit mir geredet hätte wenn ich vier leibliche Kinder gehabt hätte? Wohl kaum! &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Bei uns Adoptiveltern denken so viele Menschen, die keine Ahnung haben, dass sie uns Ratschläge etc. geben können oder sogar müssen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Der Herr, der für mich zuständig war, war sehr freundlich und versprach den Bericht, den das Gericht angefordert hat, in Bälde zu schreiben. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Ostern fuhren wir zu unserer Verwandtschaft, wo die Kinder im Garten Ostereier und Osterhasen suchten. Sie hatten große Freude daran. Im darauf folgenden Sommer fuhren wir, nachdem Pamela, Asela und George die Windpocken überstanden hatten, nach Spanien. Die Kinder waren glücklich. Unser Hotel grenzte an den Strand und an das Meer. Es war herrlich, sie so glücklich und fröhlich spielen zu sehen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Unsere Kinder entwickelten sich prächtig. Einmal die Woche war Schwimmen angesagt. Die Mädchen besuchten inzwischen einen Schwimmkurs und machten erste Schwimmversuche. Der kleine George, der gerade laufen konnte, paddelte mit seinen Schwimmflügelchen vergnügt vor sich hin. Nur unser Asela stand meist frierend und ängstlich am Beckenrad und war nur ganz selten dazu zu bewegen, ins Wasser zu gehen. Er war insgesamt ein schwieriges Kind, dass sich nun auch noch in einer Trotzphase befand. Das Essen entwickelte sich zu einer Qual. Er machte den Mund einfach nicht leer, liess das Essen so lange im Mund, bis es flüssig wurde und herauslief. Oft verschluckte er sich und hustete bis zum Erbrechen. Ich musste ihn duschen, umziehen, das Erbrochene aufwischen. Das geschah mehrmals in der Woche. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In der Theorie sieht alles ganz anders aus. Ich hatte mir vorgenommen, eine geduldige, liebevolle Mutter zu sein und meine Kinder gleich zu lieben und zu behandeln. Ich machte die Erfahrung, dass Mütter auch nur Menschen sind. Wenn ich tagsüber mehrere Male, trotz gutem Zureden, Aselas Trotz und Pamelas Lügen ertragen musste, merkte ich, wie aggressiv ich diesen meinen Kindern gegenüber wurde. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Schaute ich dann meinen kleinen George an, wurde mir ganz warm ums Herz. Niemals bereitete er mir auch nur eine Sekunde seines Lebens Ärger. Ähnlich verhielt es sich mit Shyamali. Trotz ihrer Temperamentsausbrüche war sie ein wunderbares Mädchen. Natürlich bemühte ich mich, alle Kinder gleich zu behandeln, was mir manchmal nicht gelungen ist. Aber auch diese Phasen vergingen und Gefühle bleiben Gott sei Dank nicht gleich und Menschen verändern sich. Ich brauchte Zeit, um in diese Aufgabe hineinzuwachsen. Obwohl mein Sohn Asela auch, als er älter wurde für viel Trauer und Schmerz sorgte, hat er sich zu einem tolle jungen Mann entwickelt, auf den ich sehr stolz bin und mit dem mich bis heute eine tiefe Mutter-Sohn-Beziehung verbindet. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Inzwischen war mein Mann mir seiner Promotion fertig und hatte einen Ruf an die Hochschule in B. erhalten. Es bedeutete für ihn, morgens in aller Frühe, als alle noch schliefen, das Haus zu verlassen und zu seiner drei Stunden entfernten Arbeitsstelle zu fahren. Abends kam er müde zurück und fiel ins Bett. Wir wussten, dass das keine Lösung auf Dauer war. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir versuchten, unser Haus zu verkaufen. Es fand sich kein Käufer und in B. fanden wir kein Haus, das wir mieten konnten, das groß genug war für uns 6!  Durch Zufall entdeckte mein Mann eine Anzeige, nahm Kontakt mit dem Makler auf und besichtigte das Haus. Er erzählte mir am Telefon, dass es für uns rundum geeignet war. Ohne dass ich das Haus gesehen hatte bat ich meinen Mann, die notwendigen Verhandlungen zu führen und einen Termin beim Notar zu vereinbaren. Aufregende Wochen folgten. Zum Notartermin fuhren wir alle nach B, um unser neues Domizil zu bewundern. Es war noch eine richtige Baustelle, aber: es lag mitten in der Stadt, trotzdem war es von einem Garten und einem Hof umgeben. Zur Arbeitsstelle meines Mannes waren es nur fünf Minuten. Strassenbahnen, Schulen und Supermärkte waren in unmittelbarer Nähe. Ich konnte mir gut vorstellen, wie es im fertigen Zustand aussehen würde. Elf Zimmer, eine Küche, drei Bäder und ein ausbaufähiger Dachboden waren vorhanden, &lt;br/&gt;genug Platz für uns und für vielleicht weiterer Kinder...... &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Wir unterschrieben den Kaufvertrag. Nun waren wir die Besitzer geworden. Viel Arbeit wartete auf uns. Wir hatten genügend Zeit, der Umzug sollte erst im Sommer 86 stattfinden. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;In dieser Zeit war ich fast alleinerziehende Mutter. Mein Mann hatte mit seiner Arbeit und den Behördengängen bezüglich des Ausbaus sehr viel zu tun. Alles lief gut und  Sorgen hatten wir keine Die Kinder waren so süss geworden und es war eine Freude, ihre Mutter sein zu dürfen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Eines Tages rief mich eine Frau an, die einige Fragen bezüglich der Fertigstellung von Adoptionspapieren hatte. Sie stand kurz davor, nach Chile zu reisen, um ein dreijähriges Mädchen zu adoptieren. Wir kamen ins Gespräch und sie erzählte mir, dass sie über eine deutsche Ordensschwester, die schon viele Jahre dort lebte und arbeitete, adoptieren würde. Ich bat sie, Sor Lousia zu fragen, ob sie, falls meine Familie und ich nochmals adoptieren möchten, uns bei einer weiteren Adoption behilflich sein würde. Die Frau versprach, nachzufragen. Die Ordensschwester würde nur auf Empfehlung helfen. Es hätte keinen Sinn, wenn ich mich persönlich an diese wenden würde. Aus diesem Grunde gab sie mir auch die Adresse nicht. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;Einige Wochen später rief mich diese Frau wieder an und sagte, dass sie aus La Union zurück seien. Sie erzählte mir, wie schwierig das doch schon ältere Kind sei und dass die Ordensschwester uns bei einer Adoption nicht behilflich sein würde. Die Schwester sei ausserdem schon sehr alt und könnte diese Strapazen, die eine Adoption mit sich brächte, nicht mehr auf sich nehmen. Weiterempfehlen könne sie uns auch nicht, weil sie uns nicht kennen würde. Aus diesem Grunde sei es ihr, so meinte die Frau, nicht möglich, die Adresse aus Chile an mich weiter zu geben. Während des Gespräches hatte ich die Frau plaudern lassen und mir Notizen gemacht: Ohne dass es ihr bewusst war hatte sie den Namen der Schwester, den Ort und den Orden genannt. So war es für mich nicht besonders schwer, die vollständige Adresse und Telefonnummer in Erfahrung zu bringen. Ich schrieb Sor Louise einen ausführlichen Brief, erklärte ihr, dass ich niemand kennen würde, der mich ihr empfehlen &lt;br/&gt;könne, aber trotzdem in der Zukunft gerne ein weiteres Kind adoptieren würde. Die Ordensschwester schrieb postwendend zurück, bedankte sich für meinen Brief und das Interesse an einer Adoption. Sie schrieb mir von dem großen Elend, von dem sie umgeben war, von den verlassenen Kindern, die so dringend eine Familie bräuchten. Gerne würde sie einem Kind dazu verhelfen, eine Familie zu bekommen. &lt;br/&gt;&lt;br/&gt;So begann die Adoption in Chile........ &lt;br/&gt;</description>
      <enclosure url="http://www.adoption-information.de/evahofer/Blog/Eintrage/2010/4/19_Weitere_Kinder_2_files/chile.jpg" length="35680" type="image/jpeg"/>
    </item>
  </channel>
</rss>

